Das Projekt
Die Schlossgenoss:innen entwickeln das denkmalgeschützte Schloss Jahnsfelde in Märkisch-Oderland (Brandenburg) zu einem Ort für Mehrgenerationenwohnen, Kulturarbeit und neue Formen des Arbeitens auf dem Land – gemeinschaftlich organisiert, dauerhaft der Spekulation entzogen.
Gestern und heute
Die Schlossgenoss*innen sind eine Gruppe von aktuell rund sieben Menschen aus Jahnsfelde, Berlin und anderen Orten, die beruflich vor allem in Bildung, Kultur, Sozialarbeit und nachhaltigem Bauen verankert sind. Die Gruppe ist überwiegend weiblich und zwischen 30 und 50 Jahren alt. Einige Kinder gehören dazu, die hier nicht mitgezählt sind.
Einige der Schlossgenoss*innen leben bereits im Dorf, andere suchen bewusst einen Wohn- und Arbeitsort auf dem Land. In den letzten Monaten hat sich eine kleine, aber verbindliche Projektgruppe zusammengefunden.
Aus dieser Mischung aus lokaler Verwurzelung, langjähriger Projekt- und Bildungserfahrung und der gemeinsamen Idee, das Gutshaus zu sichern und gemeinschaftlich zu nutzen, ist das Vorhaben der Schlossgenoss*innen entstanden.
Zwei Familien wohnen bereits im Schloss. Erste Sanierungsarbeiten laufen. Das Konzept für Nutzung und Trägerstruktur wird gemeinsam weiterentwickelt – orientiert an Modellen wie dem Mietshäuser Syndikat, aber offen für andere Varianten.
Die Gruppe trifft sich regelmäßig digital und vor Ort. Entscheidungen werden transparent dokumentiert. Die wichtigste offene Frage: Wie wächst die Gruppe auf die gewünschte Größe von rund zehn Erwachsenen an – und wie findet man Menschen, die nicht nur die Vision, sondern auch die Konsequenzen des Alltags mittragen wollen?
Gleichzeitig wird die Vernetzung in Jahnsfelde und der Region aktiv ausgebaut: über den Ortsbeirat, Kulturkontexte in Müncheberg und erste offene Formate am Gutshaus. Das Schloss soll von Anfang an nicht als Fremdkörper, sondern als Teil des Ortes wahrgenommen werden.
In den nächsten zwei Jahren will die Gruppe vor allem das gemeinsame Leben im Gutshaus erproben und stabilisieren – mit rund zehn Erwachsenen und ihren Familien, die Wohnen, Arbeiten und Kultur unter einem Dach verbinden.
Dafür ist es nötig, die finale Trägerstruktur zu ermitteln: Verein und GmbH, Investor oder Genossenschaft, um das Haus langfristig als Wohnraum zu sichern. Weiterentwickeln möchte sich die Gruppe vor allem in gemeinschaftlichem Entscheiden, Konfliktbearbeitung, Haus- und Finanzmanagement sowie in der Entwicklung tragfähiger Wohn-, Kultur- und Bildungsangebote im ländlichen Raum.
Unterstützung wird bei der Ausgestaltung der Rechts- und Finanzierungsstruktur, bei baulicher Planung und Sanierung sowie bei Fördermitteln und Geschäftsmodellen gesucht, die Gemeinschaftsleben und Gemeinwohlorientierung ermöglichen.
Das Gutshaus Jahnsfelde wird von den Schlossgenoss*innen zu einem zukunftsorientierten Ort entwickelt, an dem bezahlbares Mehrgenerationenwohnen, Kultur und Bildung unter einem Dach zusammenkommen. Unsere Vision ist ein lebendiger Wohn-, Lebens- und Arbeitsort: Während in den oberen Etagen faire Mietstrukturen für rund zehn Erwachsene und ihre Familien entstehen, öffnen wir das Erdgeschoss für die Gemeinschaft. Hier finden Veranstaltungen, Workshops und nachbarschaftliche Projekte ihren Platz. Gemeinsam mit Finanzierungspartner*innen sichern wir das Gebäude dauerhaft als Ort für Generationen, erhalten die historische Bausubstanz durch nachhaltige Sanierung und schaffen Raum für kreative Nutzungen. Wir streben danach, das soziale Gefüge im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken und innovative Wege aufzuzeigen, wie historisches Erbe gemeinschaftlich und gemeinwohlorientiert belebt werden kann.
Wohnen
Arbeiten
Offene Treffpunkte und Angebote
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Arbeiten
Viele Mitglieder der Schlossgenoss*innen arbeiten bereits heute in freien oder projektbasierten Strukturen: in Bildung, Kultur, Sozialarbeit, Landwirtschaft, IT und nachhaltigem Bauen. Dieses Know-how soll am Schloss gebündelt werden. Geplant sind flexible Arbeits- und Projekträume für Homeoffice, Freiberufliche, kleinere Unternehmen sowie Kultur- und Bildungsprojekte. Besonders wichtig: gemeinschaftlich genutzte Coworking-Strukturen, Workshopräume und Flächen für Handwerks- und Bauprojekte. Durch die Verbindung von Wohn- und Arbeitsort entstehen kurze Wege für Familien, verlässliche Strukturen für Care-Arbeit und neue berufliche Perspektiven auf dem Land – ohne Weg in die Großstadt.



Arbeiten
Brandenburg Müncheberg
Büro oder Arbeitsplatz im Erdgeschoss
/
3
Büro oder Arbeitsplatz im Obergeschoss
/
3
Potential Coworking-Space im Erdgeschoss (JHS)
/
3
Offene Treffpunkte und Angebote
Schloss Jahnsfelde soll ein offenes Haus werden. Das Erdgeschoss soll als halböffentliche Zone entwickelt werden: mit Café- und Salonformaten, Film- und Gesprächsabenden, Lesungen, Workshops und thematischen Veranstaltungen für verschiedene Altersgruppen. Bereits heute werden Kontakte in Jahnsfelde und Müncheberg über Vereine, Ortsbeirat und Kulturkontexte geknüpft; erste Treffen am Gutshaus – wie die Sommer-Chortage Jahnsfelde – erproben niedrigschwellige Begegnungsformate. Kooperationsformate mit Schulen, Kitas und Vereinen sind geplant. Der Anspruch: Ein Ort, zu dem man zufällig vorbeikommt, bewusst hingeht und gerne wiederkommt.

Offene Treffpunkte und Angebote
Brandenburg Müncheberg
Zahlreiche Räume im Erdgeschoss - Hier Eingangsbereich
/
1
Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Die Schlossgenoss:innen wollen das Gutshaus Jahnsfelde dauerhaft der Spekulation entziehen. Orientiert am Modell des Mietshäuser Syndikats, prüfen sie verschiedene Varianten: von klassischen Syndikat-Konstruktionen bis hin zu Modellen mit Investor*innen und Vorkaufsrechten. Gemeinsam ist allen Optionen: Wohnraum soll dauerhaft bezahlbar bleiben, das Erdgeschoss soll für Nachbarschaft und Kultur offen sein, und alle wesentlichen Entscheidungen werden transparent und demokratisch getroffen. Gemeinwohl ist kein Etikett – es wird in der Satzung verankert und im Alltag der Selbstorganisation geübt.



Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Brandenburg Müncheberg
Beseitigung von Altlasten und Instandsetzung entsprechend Nutzungskonzept.
/
3
Tanzsaal im Erdgeschoss
/
3
Kaminzimmer im Erdgeschoss
/
3
Wer steht hinter Die Schlossgenoss:innen ?
Über die Projektgruppe
Die Gruppe vereint Kompetenzen aus Bildung, Kultur, Sozialarbeit, Verwaltung, Landwirtschaft, IT und nachhaltigem Bauen. Dazu gehören u. a. Projektleitung in gemeinnützigen Einrichtungen, Kultur- und Medienarbeit, kommunale Gremienarbeit, Buchhaltung und Finanzen, Moderation und Netzwerkaufbau. Einige Mitglieder bringen Erfahrung mit ländlicher Entwicklung, Kultur- und Wohnprojekten und genossenschaftsnahen Strukturen ein – andere ergänzen technisches Know-how, etwa zu klimafreundlichem Bauen und Digitalisierung.
Über die Organisationsform
Die Gruppe befindet sich weiter im Aufbau. Sie arbeitet selbstorganisiert und transparent im Kernteam. Die Kommunikation ist respektvoll und unterstützend; man trifft sich regelmäßig digital oder vor Ort und trifft Entscheidungen gemeinsam. Recherchen und Informationsbeschaffung sind weitgehend abgeschlossen und Arbeitsordner angelegt. Die Weichen – etwa zu Kauf, Rechtsform und Mietmodell – sind gestellt. Die Gruppe nutzt vorbereitete Entscheidungsgrundlagen und klare Protokolle. Aufgaben werden in kleinen Arbeitsgruppen verteilt und Zwischenergebnisse laufend dokumentiert, damit alle Mitglieder anschlussfähig bleiben.
Ansprechpersonen
Denise Grduszak
Umzugswillige Anstifterin
Anne Ackerknecht
Mieterin im Schloss / Komplizin Nr. 1










