Das Projekt

Das Projekt Home in Exile in Spreenhagen (Brandenburg) ist das erste von geflüchteten Frauen selbstorganisierte Hausprojekt Deutschlands. Die Initiative Women in Exile & Friends schafft hier einen dauerhaften Wohnraum und Seminarort mit Gemeinschaftsgarten, um Frauen und Kindern eine Alternative zu bieten.

Gestern und heute

Women in Exile ist eine Initiative von geflüchteten Frauen, die 2002 in Brandenburg gegründet wurde, um für ihre Rechte zu kämpfen. Seit über zwei Jahrzehnten organisiert die Initiative Demos, Antirassismus-Arbeit, Bildung und Workshops – gegen Lager, gegen Isolation, gegen die Unsichtbarkeit geflüchteter Frauen in Deutschland. Der Wunsch nach einem eigenen Ort begleitet die Initiative seit langem. Im Rahmen der Kampagne "Kein Lager für Frauen und Kinder, Abschaffung aller Lager" ist ein eigenes Haus die konsequente nächste Stufe: nicht mehr von Räumen abhängig, die gemietet, verweigert oder durch Lagerregeln eingeschränkt werden können. Home in Exile e.V. wurde als Hausverein gegründet, um das Projekt zu tragen. Das Haus in Spreenhagen wurde gefunden: über 200 qm Wohnraum, ein Garten, ein Dorfumfeld, in dem erste Kontakte zur Nachbar*innenschaft und zur Kirche geknüpft wurden.
Home in Exile befindet sich im Aufbau: Das Haus in Spreenhagen soll über Crowdfunding und Direktkredite erworben werden. Die Kampagne läuft auf Startnext. Das Gebäude steht, der Wille ist da. Parallel dazu laufen die ersten Kontakte zur Nachbar*innenschaft und zur lokalen Kirche. Das Dorf ist gemischt: Es gibt wohlwollende Stimmen und politischen Gegenwind. Erste Bau- und Gartenaktionen mit der Nachbar*innenschaft sind geplant, sobald das Haus gekauft wurde. Sie sind connected zu einigen Projekte in der Region: Neuendorf im Sande, Haus des Wandels und lernen langsam auch wohlgesonnene Nachbar*innen kennen!
Die wichtigste Aufgabe ist der Ewerb des Hauses. Crowdfunding und die Direktkreditkampagne laufen. Es gibt schon zusagen über DKs von 80.000 Euro nach kürzester Mobilisierung und sie kommen auf eine Miete inkl. Nebenkosten (saniert) von etwa 7 Euro/qm. In diesem Sommer soll noch eine Wärmepumpe mit Förderprogram [KfW] installiert werden. Dann wird das Wohnhaus bezugfertig. Nach dem Kauf folgt der Aufbau: weitere Sanierung des Gebäudes, Einrichtung der Gemeinschaftsflächen, Anlage des Gemeinschaftsgartens mit Küche und Treffpunkt. Die Bau- und Gartenaktionen mit der Nachbarschaft sollen frühzeitig beginnen – als Formate der Begegnung, noch bevor alles fertig ist. Langfristig soll Home in Exile dauerhaft betrieben werden: als Wohnort, als Begegnungsraum, als politischer Ort – und als Modell für andere Initiativen.
Es ist der langjährige Traum von Women in Exile & Friends: ein eigenes Haus und Grundstück zu haben. Kein Lager für Frauen und Kinder, keine Gemeinschaftsunterkünfte, kein Abhängigkeitsverhältnis von staatlichen Strukturen – sondern ein Ort, der der Gemeinschaft gehört und von ihr gestaltet wird. Home in Exile soll das erste von geflüchteten Frauen selbstorganisierte Hausprojekt Deutschlands werden: dauerhaft, selbstverwaltet, mit Wohnraum, Garten und offenem Begegnungsort. Ein Ort, der bleibt, weil er nicht von einzelnen Personen abhängt, sondern von einer Gemeinschaft, die ihn trägt.
Wohnen Offene Treffpunkte und Angebote Demokratie und Sozialer Zusammenhalt Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung Zukunftsfähige Regionen und Städte

Wohnen

Home in Exile will Wohnraum schaffen für Frauen und Kinder, die sonst keinen oder wenig Zugang haben. Das Wohnhaus hat über 200 qm – Raum für dauerhaftes Wohnen und für Notfallunterbringung. Die Initiative kämpft seit ihrer Gründung 2002 gegen Lagerzwang und die Isolation, der geflüchtete Frauen in Deutschland ausgesetzt sind. Ein eigenes Haus ist die konkreteste Antwort auf diese Situation: kein Lager, kein provisorischer Raum, kein Mietvertrag, der jederzeit gekündigt werden kann. Ein Zuhause, das der Gemeinschaft gehört.

Offene Treffpunkte und Angebote

Es soll ein Gemeinschaftsgarten und Gemeinschaftsküche mit Dorf-Mittagessen und Treffpunkt geschaffen werden (haben schon die Zusage von der Anstiftung zur Förderung) sowie gemeinsame Bau- und Gartenaktionen mit der Nachbarschaft. Dazu soll ein Nachbarschaftscafe eröffnen. Erstes wird langsam dieses Jahr starten. Aktuell ist die Gruppe sehr mit Baustellen beschäftigt (z.B. neue Heizung).

Demokratie und Sozialer Zusammenhalt

Wichtig ist, dass es einen solchen Ort wie Home in Exile gibt und dass dieser sichtbar ist. Women in Exile & Friends arbeiten basisdemokratisch: zwei Vereine – Women in Exile e.V. und Home in Exile e.V. – tragen das Projekt gemeinsam. Entscheidungen werden kollektiv getroffen, Stimmen aller Beteiligten zählen gleich. Das ist nicht nur intern wichtig, sondern politisch: Das Projekt zeigt, dass selbstorganisierte Strukturen geflüchteter Frauen möglich und dauerhaft sind. In einem Kontext, in dem geflüchtete Menschen oft als Objekte von Fürsorge behandelt werden, ist diese Form der Selbstermächtigung ein demokratisches Statement. Die Nachbarschaft ist gemischt, bei der letzten Wahl über 40% AFD. Wir haben erste Kontakte zu wohlgesonnenen Nachbar*innen und zur Kirche geknüpft. Es wird herausfordernd, aber auch schön, langfristige Beziehungen aufzubauen! Mit weiteren Zukunftsorten und initiativen in der Region passieren zunehmend Vernetzungen.

Wer steht hinter Home in Exile ?

Über die Projektgruppe

Women in Exile & Friends ist eine Initiative von und für geflüchtete Frauen. Die Gruppe bringt jahrzehntelange Erfahrung in politischer Organisierung, Antirassismus-Arbeit, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit mit. Women in Exile ist der alte Verein und Home in Exile der neue. Die Hausgruppe besteht aus Personen aus beiden Vereinen (gemischt). Es gibt Arbeitsgruppen: Bau, Finanz, Nutzungs-AG, die im Konsens entscheiden.

Über die Organisationsform

Home in Exile wird von zwei Vereinen getragen: Women in Exile e.V. als politische Trägerorganisation und Home in Exile e.V. als Hausverein. Beide arbeiten basisdemokratisch – Entscheidungen werden kollektiv getroffen, alle Stimmen zählen gleich.

Ansprechpersonen

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Annette Melzer

Vorstandsmitglied