Das Projekt
Hof Prädikow in Prötzel (Brandenburg) ist ein genossenschaftliches Wohn- und Arbeitsprojekt auf einem historischen Gutshof – mit Scheune als offenem Treffpunkt, Coworking, Kultur und Ort, an dem Stadt und Land zusammenkommen.
Gestern und heute
Die Geschichte von Hof Prädikow beginnt 2016 mit einem ungewöhnlichen Schritt: Die Stiftung trias kauft das rund neun Hektar große Gutshofgelände und übergibt es im Erbbaurecht an die SelbstBau Genossenschaft. Ein Modell, das Spekulation strukturell ausschließt.
2017 beginnt eine Projektgruppe mit der konkreten Vision: ein modernes, digitales Landleben auf einem historischen Hof. 2018 ziehen die ersten Bewohnenden ein. Seitdem wächst die Gemeinschaft stetig: Gebäude werden saniert, neue Nutzungen erschlossen, Infrastruktur aufgebaut. 2020 eröffnet die Scheune Prädikow als offener Treffpunkt – entwickelt in einem partizipativen Prozess mit dem ganzen Dorf.
Hof Prädikow ist heute bundesweit bekannt: als Modellprojekt für genossenschaftliches Wohnen im ländlichen Raum, als Sitz des Netzwerks Zukunftsorte, als Ort, der zeigt, dass Denkmalschutz und lebendige Gemeinschaft kein Widerspruch sind. Die Geschichte des Hofes ist noch nicht zu Ende – weitere Gebäude warten auf neue Ideen.
Hof Prädikow ist im Vollbetrieb: 70 Menschen wohnen auf dem Gelände. Die Scheune Prädikow läuft als offener Veranstaltungsort und Coworking-Space. Das Café-Kneipe Schwarzer Storch öffnet monatlich. Regelmäßige Kurse, Konzerte, der PrädiChor, Kinderprogramme und die Dorfakademie füllen den Kalender das ganze Jahr.
Gleichzeitig gibt es auf dem Hof noch ungenutzte Gebäude, die auf neue Konzepte warten. Der Hof hat Platz für Ideen, die noch nicht gedacht worden sind. Die Projektgruppe sucht aktiv nach Menschen und Initiativen, die Lust haben, diese Räume mit Leben zu füllen – als Heritage Lab, als Ateliergebäude, als weiterer Kulturort.
Besuchende kommen, um zu sehen, wie das geht: Gemeinschaft, Genossenschaft, Denkmalschutz, Landleben. Hof Prädikow ist Modellprojekt und lebendiger Alltag zugleich.
Die nächsten großen Schritte auf Hof Prädikow drehen sich um die ungenutzten Gebäude. Mehrere Strukturen auf dem Gelände warten auf neue Nutzungskonzepte – von Ateliergebäuden über ein Heritage Lab bis zu weiteren Wohneinheiten. Die Projektgruppe sucht aktiv nach Menschen und Initiativen, die Ideen mitbringen und Verantwortung übernehmen wollen.
Parallel dazu geht es um die Weiterentwicklung des kulturellen Programms: Die Scheune Prädikow hat gezeigt, was möglich ist. Aber das Potenzial des Hofes für Kooperationen mit Forschungsinstituten, Kunstakademien und zivilgesellschaftlichen Organisationen ist noch nicht ausgeschöpft.
Ein drittes Thema ist die bewusste Weitergabe des Gelernten: Wie baut man eine Genossenschaft auf? Wie funktioniert soziokratische Entscheidungsfindung in der Praxis? Wie entwickelt man einen Ort, der Denkmalschutz und lebendige Nutzung verbindet? Hof Prädikow hat Antworten auf diese Fragen – und will sie systematischer teilen, als Bildungsort und als offene Ressource für ähnliche Projekte in Deutschland.
Hof Prädikow will zeigen, dass modernes digitales Landleben und historische Baukultur kein Widerspruch sind. Dass 70 Menschen in einem Dorf mit 300 Einwohner*innen nicht als Fremdkörper wahrgenommen werden müssen, sondern als Bereicherung. Dass eine Genossenschaft und eine Stiftung zusammen etwas schützen können, das Märkte zerstören würden.
Langfristig soll der Hof weiterwachsen – nicht notwendigerweise in der Zahl der Bewohnenden, aber in der Tiefe seines Wirkens: mehr Gebäude, die neue Nutzungen aufnehmen; mehr Kooperationen mit Bildung und Forschung; ein Kulturprogramm, das überregional ausstrahlt. Und ein Ort, der immer beides bleibt: Zuhause für seine Bewohnenden und offener Ort für alle, die kommen wollen.
Wohnen
Arbeiten
Offene Treffpunkte und Angebote
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Wohnen
Auf Hof Prädikow haben rund 70 Menschen in einem denkmalgeschützten Gutshofensemble ihr Zuhause gefunden – in einem Ort mit 300 Einwohnenden, 50 Kilometer östlich von Berlin. Ehemalige Leerstandsgebäude wurden zu Wohnungen umgebaut: für Einzelpersonen, Paare und Familien, in einer Mischung aus Privatsphäre und bewusstem Gemeinschaftsleben. Die Genossenschaft als Träger sichert, dass dieser Wohnraum dauerhaft bezahlbar bleibt und nicht der Spekulation anheimfällt. Wer auf Hof Prädikow zieht, wird Teil einer Gemeinschaft, die zusammen entscheidet, streitet und feiert – und gleichzeitig Teil eines Dorfes, das das alles mit offenen Augen beobachtet.
Offene Treffpunkte und Angebote
Die Scheune Prädikow ist das Herzstück des Hofes als Treffpunkt: eine sanierte ehemalige Traktorenscheune auf 280 Quadratmetern, in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit alteingesessenen und neu zugezogenen Prädikower*innen entwickelt. Wöchentlich lernen hier 20 Kinder Breakdance, probt der PrädiChor mit 40 Menschen aus Dorf und Region, wird Yoga geübt und Musik mit Kindern gemacht. Die monatliche Jam-Session zieht Künstler*innen aus der ganzen Region an. In der Dorfakademie lernt man Baumschnitt, Stricken, Kimchi zubereiten oder den Umgang mit Veranstaltungstechnik. Das Café-Kneipe Schwarzer Storch öffnet monatlich und zu Veranstaltungen. Für NGOs und Dorfbewohner*innen ist die Raummiete reduziert.
Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Hof Prädikow ist durch eine Kombination aus Stiftung, Verein und Genossenschaft strukturell dem Spekulationsmarkt entzogen: Die Stiftung trias hält das Erbbaurecht, die SelbstBau Genossenschaft verwaltet das Wohnen, der Hof Prädikow e.V. trägt die gemeinnützige Arbeit in Denkmalpflege, Bildung und Kultur. Dieses dreifache Sicherungsnetz bedeutet: Keine Generation nach der heutigen kann den Hof verkaufen, privatisieren oder aus dem Gemeinwohlrahmen herauslösen. Gemeinwohl ist hier nicht Absichtserklärung, sondern Satzungsinhalt dreier Organisationen. Transparenz über Finanzen und Entscheidungen ist Teil der Organisationskultur.
Wer steht hinter Hof Prädikow ?
Über die Organisationsform
Hof Prädikow ist durch ein bewusstes Dreigespann organisiert: Die Stiftung trias hält das Erbbaurecht am Gelände und schützt es dauerhaft vor Spekulation. Die SelbstBau Genossenschaft eG verwaltet das genossenschaftliche Wohnen. Der Hof Prädikow e.V. trägt die gemeinnützige Arbeit in Denkmalpflege, Bildung und Kultur.
Dieses Modell ist keine bürokratische Überkonstruktion, sondern das Ergebnis langer Überlegungen: Wie schützt man einen Ort dauerhaft? Wie stellt man sicher, dass Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden? Wie sorgt man dafür, dass das, was hier aufgebaut wurde, auch nach einem Generationenwechsel Bestand hat? Die drei Organisationen geben darauf gemeinsam eine Antwort.
Ansprechpersonen
Philipp Hentschel
Mitgründer, Scheunen Team
Julia Paaß
Mitgründerin












