Das Projekt
Hof Prädikow in Prötzel (Brandenburg) ist ein genossenschaftliches Wohn- und Arbeitsprojekt auf einem historischen Gutshof – mit Scheune als offenem Treffpunkt, Coworking, Kultur und Ort, an dem Stadt und Land zusammenkommen.
Gestern und heute
Das Gut Prädikow entstand im 15. Jahrhundert als Rittersitz. Zu DDR-Zeiten war es ein Volkseigenes Gut mit Landwirtschaft, Tierzucht und Brennerei – Lebens- und Arbeitsort vieler Menschen, die noch heute im Dorf wohnen.
2016 kauft die Stiftung trias das neun Hektar große Gutshofgelände und übergibt es im Erbbaurecht an die SelbstBau Genossenschaft – ein Modell, das Spekulation strukturell ausschließt. Ab 2017 entwickelt eine Projektgruppe den Hof mit einer klaren Vision: modernes, digitales Landleben, das Wohnen, Arbeiten und Gemeinschaft wieder zusammenbringt.
2021 ziehen die ersten Bewohnenden ein. Seitdem wächst die Gemeinschaft stetig: Gebäude werden saniert, Infrastruktur aufgebaut. Die Scheune Prädikow öffnet als offener Treffpunkt und Kulturort – entwickelt in einem partizipativen Prozess mit dem ganzen Dorf.
Heute ist Hof Prädikow bundesweit bekannt als Modellprojekt für genossenschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen im ländlichen Raum, als Sitz des Netzwerks Zukunftsorte und als Beweis, dass komplexe Denkmäler zu lebendigen Impulsorten werden können.
Hof Prädikow ist im Vollbetrieb: 70 Menschen wohnen auf dem Gelände. Die Scheune Prädikow läuft als offener Veranstaltungsort und Coworking-Space. Die Café-Kneipe Schwarzer Storch ist mehrmals im Monat geöffnet. Das Scheunen-Programm ist vielfältig: Kurse, Konzerte, PrädiChor, Dorfakademie.
Gleichzeitig gibt es auf dem Hof noch ungenutzte Gebäude, die auf neue Konzepte warten. Die Projektgruppe sucht aktiv nach Menschen und Initiativen, die Lust haben, diese Räume mit Leben zu füllen.
Besuchende kommen, um zu sehen, wie das geht: Gemeinschaft, Genossenschaft, Denkmalschutz, Landleben.
Die nächsten großen Schritte drehen sich um die ungenutzten Gebäude, für die es neue Nutzungskonzepte und Finanzierung braucht – von Ateliergebäuden über ein Heritage Lab bis zu weiteren Wohneinheiten. Die Projektgruppe sucht aktiv nach Menschen und Initiativen, die Ideen mitbringen und Verantwortung übernehmen wollen.
Parallel dazu geht es um die Weiterentwicklung der Scheune als Kultur- und Bildungsort und offener Treffpunkt. Hier liegt die Herausforderung darin, den Ort langfristig kostendeckend zu betreiben.
Die Scheune Prädikow hat gezeigt, was möglich ist. Aber das Potenzial des Hofes für Kooperationen mit Forschungsinstituten, Kunstakademien und zivilgesellschaftlichen Organisationen ist noch nicht ausgeschöpft.
Drittes Thema: die bewusste Weitergabe des Gelernten: Wie baut man ein großes Wohnprojekt auf? Wie funktioniert soziokratische Entscheidungsfindung? Wie entwickelt man einen Ort, der Neu- und Altbewohner*innen des Dorfes miteinander verbindet? Die Menschen auf Hof Prädikow finden täglich Antworten auf diese Fragen – und wollen sie gerne teilen.
Hof Prädikow will zeigen, dass digitale Arbeitskultur, modernes Landleben und historische Baukultur kein Widerspruch sind. Dass 70 Menschen in einem Dorf mit 300 Einwohner*innen nicht als Eindringlinge wahrgenommen werden müssen, sondern als Bereicherung. Dass eine Genossenschaft und eine Stiftung zusammen einen Ort der lokalen Identität schützen können, wo der Immobilienmarkt ihn zu Geld machen und zerstören würden.
Schon jetzt ist der Hof ein Ankerpunkt für (Dorf-) Gemeinschaft, Kultur, Bildung und Engagement.
Langfristig soll der Hof weiterwachsen – nicht notwendigerweise in der Zahl der Bewohnenden, aber in der Tiefe seines Wirkens: mehr Gebäude, die neue Nutzungen aufnehmen; mehr Kooperationen mit Bildung und Forschung; ein Kulturprogramm, das überregional ausstrahlt. Und ein Ort, der immer beides bleibt: Zuhause für seine Bewohnenden und offener Ort für alle, die kommen wollen.
Wohnen
Arbeiten
Offene Treffpunkte und Angebote
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Wohnen
Auf Hof Prädikow haben rund 70 Menschen zwischen 1 und 80 Jahren in einem denkmalgeschützten Vierseithof - dem größten in Brandenburg - ihr Zuhause gefunden. Ehemalige Wohn-, Verwaltungs- und Stallgebäude wurden zu bislang 28 Wohnungen zwischen 25 und 115 qm umgebaut: für Singles, Paare und Familien. Wir leben bewusst in Gemeinschaft - aber mit Privatsphäre. Wer auf Hof Prädikow zieht, wird Teil einer Gemeinschaft, die zusammen entscheidet, disktuiert, sich gegenseitig unterstützt und feiert. Dabei ist uns wichtig, dass auch Menschen im Alter und mit Einschränkungen gut bei uns wohnen können. Darum sind der Großteil der Erdgeschosswohnungen und Wege über den Hof barrierefrei gestaltet und es gibt sogar eine Modellwohnung für barrierefreies Wohnen.
Besonders an unserem Projekt ist die große gemeinschaftlich genutzte Fläche: 9 Hektar Land, davon 1 Hektar Innenhof und die Gemeinschafts-Scheune mit 250qm. All das wird gemeinschaftlich entwickelt, gepflegt und instand gehalten.
Die Genossenschaft als Träger sichert, dass der Wohnraum für alle dauerhaft bezahlbar bleibt.



Wohnen
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Offene Treffpunkte und Angebote
Die Scheune Prädikow ist das Herzstück des Hofes als offener Treffpunkt: Die ehemalige Traktorenscheune wurde in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit alteingesessenen und neu zugezogenen Prädikower*innen zur Dorfscheune entwickelt. Heute hat sich daraus der Scheunen-Stammtisch entwickelt, in dem neue Ideen für Veranstaltungen entstehen und geplant werden und der ehrenamtliche Betrieb der Café-Bar Schwarzer Storch organisiert. Beispiele für gemeinsame Veranstaltungen sind thematische Kneipenabende, die jährliche Schlagerparty, Kino- oder Fußball-Abende.
Doch in der Scheune wird auch gelernt: hier üben wöchentlich 20 Kinder Breakdance, probt der PrädiChor mit 40 Menschen aus Dorf und Region, werden Yoga und Improtheater gemacht.
In der Dorfakademie lernt man Baumschnitt, Action-Painting, Stricken oder den Umgang mit Veranstaltungstechnik.
Doch die Scheune ist auch ein Kulturort: Sie ist bekannt für die monatlichen Jam-Sessions, die bis zu 100 Künstler*innen aus der ganzen Region anziehen. Hier sind schon diverse Bandprojekte entstanden. Konzerte und die jährlichen Offenen Ateliers machen den Hof zum beliebten kulturellen Ankerpunkt.
Auch gearbeitet wird in der Scheune: in einer Etage sitzen täglich Coworker zusammen und die Scheune wird gerne für Workshops, Seminare und Team Retreats gebucht.
Zusammen mit privaten Feiern, Gemeinderatssitzungen und kommunalem Stammtisch ist der Scheunen-Kalender das ganze Jahr gefüllt.
Für NGOs und Dorfbewohner*innen ist die Raummiete reduziert.



Offene Treffpunkte und Angebote
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Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Hof Prädikow ist durch eine Kombination aus Stiftung, Verein und Genossenschaft strukturell dem Spekulationsmarkt entzogen: Die Stiftung trias hält das Erbbaurecht, die SelbstBau Genossenschaft verwaltet das Wohnen, der Hof Prädikow e.V. trägt die gemeinnützige Arbeit in Denkmalpflege, Bildung und Kultur. Dieses dreifache Sicherungsnetz bedeutet: Keine Generation nach der heutigen kann den Hof verkaufen, privatisieren oder aus dem Gemeinwohlrahmen herauslösen. Gemeinwohl ist hier nicht Absichtserklärung, sondern Satzungsinhalt dreier Organisationen. Transparenz über Finanzen und Entscheidungen ist Teil der Organisationskultur.
Die Gemeinschaft organisiert sich nach dem Prinzip der Soziokratie und entwickelt kontinuierlich passende Formate für Austausch, Miteinander und Konfliktmoderation.



Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
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Wer steht hinter Hof Prädikow?
Über die Projektgruppe
Unsere Gruppe ist vielfältig: Menschen von 1 bis 80 Jahre wohnen bei uns und bringen viele Erfahrungen und Fähigkeiten mit. Viele Selbständige aus der Kreativ- und Beratungsbranche (Architektur, Design, Fotografie, Web- und Organisationsentwicklung), Menschen aus den Bereichen Sozialarbeit, Bildung, Wissenschaft und Naturschutz. Dazu noch ein Tischler, eine Goldschmiedin, 2 Lehrer*innen und eine Allgemeinärztin sowie einige Rentnerinnen und 20 Kinder.
Über die Organisationsform
Hof Prädikow ist durch ein bewusstes Dreigespann organisiert: Die Stiftung trias hält das Erbbaurecht am Gelände und schützt es dauerhaft vor Spekulation. Die SelbstBau Genossenschaft eG verwaltet das genossenschaftliche Wohnen. Der Hof Prädikow e.V. trägt die gemeinnützige Arbeit in Bildung, Kultur und Denkmalpflege.
Dieses Modell hat sich bis heute bewährt: Wie schützt man einen Ort dauerhaft? Wie stellt man sicher, dass Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden? Wie sorgt man dafür, dass das, was hier aufgebaut wurde, auch nach einem Generationenwechsel Bestand hat? Die drei Organisationen geben darauf gemeinsam eine Antwort.
Die Hauptarbeit der Bewohnenden liegt jedoch in der Organisation der Gemeinschaft und des Vereins. Soziokratische Entscheidungsstrukturen und ein gemeinsamer Visionsprozess sind die Basis für die Entwicklung der Gemeinschaft und des Geländes.
Ansprechpersonen
Philipp Hentschel
Mitgründer, Scheunen Team
Julia Paaß
Mitgründerin










