Das Projekt
Das Großraumbüro Zehdenick verwandelt eine denkmalgeschützte Backsteinschule von 1908 in der Ortsmitte Zehdenicks (12.000 EW) in ein kooperatives Wohn-, Arbeits- und Kulturprojekt – mit 19 Genossenschaftswohnungen, Coworking und öffentlichen Treffpunkten auf 99-jährigem Erbbaurecht.
Gestern und heute
In der nordbrandenburgischen Kleinstadt Zehdenick steht mitten im Ortskern ein 1908 erbautes, denkmalgeschütztes Backsteingebäude, welches bis 2019 als Grundschule genutzt wurde. Viele Zehdenicker Generationen drückten hier für fast 110 Jahre die Schulbank. Auf dem knapp 6000qm großen Schulhof stehen eine ebenfalls denkmalgeschützte Turnhalle, eine Freiluftbühne sowie ein in den 60er Jahren erbautes Nebengebäude, das als Hort genutzt wurde. Nach dem Umzug des Schulstandortes entschied sich die Stadt gegen einen Verkauf und für einen Interessentenwettbewerb mit dem Ziel, die bestmögliche Nachnutzung der Liegenschaft zu finden.
Nach zwei Jahren intensiver Vorarbeit mit zahlreichen Präsentationen in Ausschüssen, Vertragsverhandlungen und einigen mit viel Kraftaufwand überwundenen Hürden wurde im November 2023 der 99-jährige Erbpachtvertrag mit der Stadt Zehdenick geschlossen.
Die Initiativgruppe lebt seit Anfang 2023 vor Ort, betreibt seit 2025 den Coworking-Space und treibt die Entwicklung des Projektes mit viel Begeisterung und Neugier voran.
2024 begann der Onboarding Prozess für die Wohngruppe, wer sich darüber hinaus vor Ort oder auch dezentral beteiligen möchte, kann Mitglied im Großraum e.V. werden, der die kulturelle Arbeit im Projekt koordiniert und gestaltet.
Nach intensiven Abstimmungen mit dem Denkmalschutz begann der Bau Mitte 2025 und soll 2027 abgeschlossen sein.
Die nächsten zwei Jahre werden spannend:
2026 wird der Coworking Space weiterentwickelt um in Zukunft noch besser die Bedürfnisse der Zehdenicker*innen nach einem Nachbarschaftstreff zu erfüllen. Der Verein wird einen eigenen Visionsprozess durchlaufen, um die Ideen der vielen, neu gewonnen Mitglieder aufzunehmen. Die Hausgruppe sucht aktuell noch nach Mitbewohner*innen für 10 freie Wohnungen. Insbesondere Familien und junge Paare sind herzlich eingeladen sich zu bewerben.
Parallel wird die Baustelle weiter voranschreiten.
2027 wird die Baustelle (hoffentlich) abgeschlossen sein und der Einzug steht an - mit vielen, eigenen Herausforderungen.
Der ehemalige Schulstandort wird zum kooperativen Wohn-, Arbeits- und Kulturprojekt, das Menschen aus unterschiedlichen Kontexten zur Beteiligung und Begegnung einlädt und gemeinsames Lernen ermöglicht.
Im ehemaligen Schulgebäude entstehen in Zusammenarbeit mit der SelbstBau eG 19 genossenschaftliche, altersgerechte und in sich abgeschlossene Wohneinheiten sowie eine Gemeinschaftsküche - so wird generationsübergreifendes Wohnen ermöglicht, das den Bedürfnissen nach Gemeinschaft und Privatsphäre gleichermaßen gerecht werden soll.
Im Nebengebäude eröffnete 2025 ein Coworking-Space für Zehdenicker*innen und Besucher*innen, mit separatem Meetingraum und Workshop Angeboten aus vielfältigen Themenbereichen.
Die Turnhalle und die Freiluftbühne werden mit bereits bestehendem Vereinssport und öffentlichen Veranstaltungen wie Kino und Theater bespielt; der Schulhof wird zu einem sozialen Begegnungsort im Herzen Zehdenicks.
Wohnen
Arbeiten
Offene Treffpunkte und Angebote
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Wohnen
In Zehdenick entsteht langfristig gebundener, gemeinschaftlich orientierter und bezahlbarer Wohnraum. Bereits jetzt wohnen Kernteam und zukünftige Bewohnenden vor Ort, rund zwei Drittel der Vereinsmitglieder haben in Zehdenick ihr Zuhause. So entsteht schon vor den großen Einzugstag ein tragfähiges Umfeld aus Nachbarschaft und gegenseitiger Unterstützung. Bis 2027 entstehen im ehemaligen Schulgebäude 19 Wohneinheiten mit ca. 1.000 m² – darunter eine Clusterwohnung mit Gemeinschaftsküche, Familienwohnungen und Einzelapartments, ergänzt durch ca. 200 m² Gemeinschaftsfläche mit Waschküche und SoLaWi-Raum. Als Mehrgenerationenprojekt verbindet es Privatheit mit Räumen für Begegnung und alltägliche Solidarität. Die Kaltmiete liegt durch ILB-Förderung voraussichtlich bei 6–10 €/m² und orientiert sich am Einkommen der Bewohnenden. Finanzierung, Denkmalschutz und Baugenehmigung sind gesichert – die Bauarbeiten laufen seit 2025.



Wohnen
Brandenburg Zehdenick
Führung durch das Schulgebäude; Foto: Susanne Wernicke
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Baustellenimpression; Foto: Johannes v. Streit
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Das Fundament für den Aufzug wird gegossen; Foto: Johannes v. Streit
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Arbeiten
In Zehdenick entstehen neue gemeinschaftliche Arbeits- und Nutzungsorte, die lokale Selbstständigkeit stärken und Pendelwege reduzieren. Seit Mitte 2025 betreibt das Projekt gemeinsam mit der OREUB GmbH einen Coworking Space in der ehemaligen Mensa: Auf rund 300 m² stehen 20 Arbeitsplätze für Selbstständige und Projektarbeitende bereit. Die Turnhalle wird an 14 lokale Vereine vermietet und sichert so bestehende Strukturen von Sport bis Ehrenamt. Im gemeinnützigen Verein sind derzeit rund fünf Menschen angestellt – mit perspektivisch weiteren Rollen im Betrieb. Ein lokaler Unternehmer*innen-Stammtisch stärkt den Austausch zwischen Unternehmen und Selbstständigen; ab 2026 folgt eine Kooperation mit einem neu ansiedelnden Familientherapeuten. So wächst ein Arbeitsumfeld, das lokale Wertschöpfung, Kooperation und die Vereinbarkeit von Leben und Arbeit im ländlichen Raum fördert.


Arbeiten
Brandenburg Zehdenick
Coworking Space; Foto: Susanne Wernicke
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Coworking Space Küche; Foto: Susanne Wernicke
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Offene Treffpunkte und Angebote
In Zehdenick entsteht ein niedrigschwelliger „Dritter Ort", an dem sich Menschen unabhängig von Alter, Hintergrund oder Zugehörigkeit begegnen können. Turnhalle, Schulhof, Besprechungsraum und die Küche im Coworking Space stehen flexibel und nicht rein kommerziell zur Verfügung. Regelmäßige Formate wie der monatliche Suppenklub, Kinoabende, Freiluftkino, der Stammtisch „Nachsitzen", ein Handarbeitsabend und der zweimal jährliche Regionalmarkt verbinden lokale Themen, Kultur und soziale Nähe. Die Räume sind gut genutzt: Wöchentlich sind rund 120 Menschen in der Turnhalle aktiv, der Coworking Space wird von etwa 30 Personen genutzt. Die Teilnehmenden sind altersgemischt und setzen sich aus Zugezogenen und Alteingesessenen zusammen – so entsteht sozialer Zusammenhalt als wiederkehrende, offene Praxis im Ort.



Offene Treffpunkte und Angebote
Brandenburg Zehdenick
Open Air Kino; Foto: Susanne Wernicke
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Kleidertauschparty; Foto: Susanne Wernicke
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gemeinsame Pflanz-Aktion; Foto: Susanne Wernicke
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Wer steht hinter Großraumbüro Zehdenick ?
Über die Projektgruppe
Gestartet ist das Projekt aus einem interdisziplinären Kernteam: einer Kultursoziologin, einem Designer, einer Umweltpsychologin und einem Bankkaufmann. Inzwischen bereichern viele weitere Menschen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten das Projekt in den drei Bereichen Wohnen, Arbeiten und Kultur.
Der Großraum e.V. mit seinen über 60 Mitgliedern ist das gesellschaftliche Rückgrat des Vorhabens. Rund zwei Drittel der Mitglieder wohnen in Zehdenick.
Über die Organisationsform
Das Projekt trägt drei Rechtsformen: Die SelbstBau eG als Wohngenossenschaft, in der alle künftigen Bewohner*innen Mitglied sind; der Großraum e.V. als gemeinnütziger Verein für kulturelle Arbeit und öffentliche Begegnung; die OREUB GmbH für Coworking und Turnhallenverwaltung. Entscheidungen werden soziokratisch getroffen in Kreisgespräche und gewaltfreie Kommunikation. Bei Konflikten bewährte sich externe Mediation.
Ansprechpersonen
Johannes v. Streit
Mitinitiator
Louise Gassenmeyer
Mitinitiatorin








