Das Projekt

Das denkmalgeschützte Gut Boltenhof bei Fürstenberg (Brandenburg) wird als generationsübergreifender Wohn- und Arbeitsort weiterentwickelt. Das Projekt verbindet historisches Erbe mit ökologischer Landwirtschaft, Hotellerie und Gemeinschaftsflächen – ein offener Begegnungsort für solidarisches Miteinander und zukunftsfähiges Landleben.

Gestern und heute

Gut Boltenhof ist ein denkmalgeschütztes ehemaliges Rittergut. Jan-Uwe Riest betreibt das Gut in zweiter Generation. Ein kleines Landhotel mit neun Zimmern im Gutshaus, 14 Ferienwohnungen in den alten Gesindehäusern sowie ein Restaurant mit Café und Hofladen laden Gäste zum Wohlfühlen ein. Die angeschlossene Landwirtschaft versorgt die Gastronomie mit Eiern; in der Hofmetzgerei wird das Fleisch der Kühe und Schweine des Hofes weiterverarbeitet. In der Parkbühne und dem kernsanierten Rinderstall finden große und kleine private sowie B2B-Veranstaltungen in einem historischen und zugleich modernen Ambiente statt.
Für die künftige Stromversorgung liegt ein Vorvertrag mit einem Energieanbieter vor. Die Gründung einzelner Gesellschaftsformen und der Aufbau neuer Strukturen sind in Vorbereitung. Dazu zählen die Einrichtung einer PV Anlage und die Mittelakquise für einen Tiny House Campus als Bildungstreffpunkt.
Die Entwicklungsschwerpunkte der nächsten zwei Jahre sind: Gründung einzelner Gesellschaften. Derzeit ist Jan-Uwe Alleineigentümer und Einzelunternehmer. Mit Hilfe von Expert*innen aus dem Gesellschafts- und Steuerrecht sollen passende Gesellschaftsformen gefunden werden – für den bestehenden Gastbetrieb, zum Schutz des Grundvermögens, im Hinblick auf ein künftiges genossenschaftliches Wohn- und Bauprojekt sowie für eine passende Erbregelung. Erstellung eines Gebäudeplans. Dieser wird jedes vorhandene Gebäude analysieren: mit derzeitiger Nutzung, Sanierungsstau, Mängeln und Potenzialen. Der Plan soll als wesentlicher Baustein für den Finanzierungsplan dienen und als Entscheidungsgrundlage für die Priorisierung einzelner Projekte sowie die Frage, wie groß die Finanzierung gedacht werden muss und kann. Erstellung eines schrittweisen Finanzierungsplans für die ersten ein bis zwei Bauabschnitte.
Das touristische Projekt soll erweitert werden, um daraus einen generationsübergreifenden, festen Wohn-, Arbeits- und Lebensort für Viele zu machen, der gesellschaftliche Wirkung vor maximale Rendite stellt. Lebensqualität, kulturelle Teilhabe und eine dörfliche Infrastruktur stehen dabei im Zentrum der Entwicklung. Aus Gut Boltenhof soll ein lebendiges, resilientes Dorf entstehen, das vier zentrale Säulen miteinander vereint: Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Lebensqualität sowie den fortbestehenden Gastbetrieb. Als zukunftsgewandter Ort für Mitgestaltende strebt das Projekt danach, soziale Synergien zu nutzen und ein nachhaltiges Modell für das Leben im ländlichen Raum zu etablieren.
Wohnen Arbeiten Offene Treffpunkte und Angebote Klimaschutz Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung

Wohnen

Gut Boltenhof definiert ländliches Wohnen durch ein generationsübergreifendes Modell neu, das monofunktionale Formen ablöst. Bis etwa 2035 entstehen durch die Sanierung von sieben historischen Gebäuden und fünf Neubauten Wohnkapazitäten für insgesamt 100 Menschen. Das Konzept setzt auf eine bewusste soziale Durchmischung: Erst- und Zweitwohnsitze werden mit Mitarbeiterwohnungen, einer Seniorenresidenz und Angeboten für betreutes Wohnen kombiniert. Ziel ist ein gemeinwohlorientierter Lebensort, der Selbstständigkeit und Teilhabe im Alter durch gemeinschaftliche Einbettung statt institutioneller Abschottung fördert. Die Architektur ist barrierefrei und flexibel geplant, um sich an verändernde Lebensphasen anzupassen. Durch das Ineinandergreifen von Wohnraum, Pflegeangeboten und Gemeinschaftsflächen wie dem multifunktionalen Rinderstall wirkt Gut Boltenhof als Modell für würdevolles und selbstbestimmtes Wohnen im demografischen Wandel.

Arbeiten

Die Wirkung im Bereich Arbeiten besteht darin, Arbeit wieder in den Lebensalltag und den Ort zu integrieren. Gut Boltenhof schafft reale Alternativen zum städtischen Arbeitsmodell und zur räumlichen Trennung von Leben und Erwerb. Konkret entstehen Arbeitsplätze vor Ort in Gastronomie, Landwirtschaft, Verwaltung, Betreuung, Handwerk und Kultur sowie Coworking- und Gewerberäume für Selbstständige, Kreative und Impact-Unternehmen. Die Impact Lofts bieten Orte, an denen gesellschaftlich relevante Innovationen entwickelt und erprobt werden können. Ergänzt wird dies durch die Stärkung lokaler Wertschöpfungsketten und regionaler Expertise. Die Wirkung liegt in der Erhöhung regionaler Resilienz, der Attraktivität des ländlichen Raums als Arbeitsort und der Verbindung wirtschaftlicher Tätigkeit mit Sinn und Verantwortung.

Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung

Die vielleicht tiefste Wirkung entfaltet Gut Boltenhof in seiner Organisationskultur. Das Projekt versteht sich nicht primär als Immobilien- oder Tourismusentwicklung, sondern als gemeinwohlorientiertes Organisations- und Lernsystem. Diese Wirkung zeigt sich in einer klaren Wertebasis – impulsgebend, ermöglichend, anpackend, verwurzelt – sowie im Prinzip, Wirkung vor maximaler Rendite als unternehmerisches Leitprinzip zu setzen. Partizipative Entwicklungsprozesse, die Einbindung externer Netzwerke und eine bewusste Fehler- und Lernkultur prägen den Ort als „Experimentierort". Gemeinwohlangebote werden dabei gezielt durch wirtschaftlich tragfähige Bereiche querfinanziert. Gut Boltenhof wirkt so als praktisch erlebbares Gegenmodell zu rein renditegetriebenen Entwicklungslogiken und als Inspirationsort für andere ländliche Transformationsprojekte.

Wer steht hinter Gut Boltenhof ?

Über die Projektgruppe

Das Team ist klein und schlagkräftig: Jan-Uwe: Visionär, Initiator, BWLer, angehender Landwirt. Andrea: Juristin, Ökonomin, kreative Seele, Korrektiv. Anne: Projektentwicklerin, Gebäudeentwicklerin und nachhaltige Saniererin, Liebhaberin alter Steine.

Über die Organisationsform

Das Team arbeitet sowohl gemeinsam als auch in eigenständigen Bereichen – mit monatlichen und wöchentlichen Meetings. Die meisten Entscheidungen fallen im Gremium.

Ansprechpersonen

 -
Jan-Uwe Riest

Inhaber, Visionär