Das Projekt

Das Uferwerk in Werder (Havel) ist eine selbstverwaltete Wohngenossenschaft mit 61 Wohneinheiten, Werkstätten, Coworking und Gemeinschaftsräumen auf einer ehemaligen Fabrikanlage – ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit konsequentem Ökologieanspruch und starker zivilgesellschaftlicher Wirkung in der Region.

Gestern und heute

Von Planmarie Arge mit einer kleinen Gruppe zunächst in Potsdam initiiert, konnte die wachsende Genossenschaft 2013 das geschichtsträchtige Gelände des ehemaligen Schaltgerätewerks in Werder (Havel) erwerben. Ab 2014 wurden die denkmalgeschützten Gebäude mit viel Eigenleistung umgebaut, Neubauten ergänzt und ambitionierte Energieanlagen installiert – so entstanden 61 neue Wohnungen. Der von der Bewohner*innenschaft gegründete Halle 36 e.V. eröffnete 2017 in einer alten Baracke die Klimawerkstatt Werder. 2023 kam das aus maroden Garagen umgebaute Gemeinschaftshaus als weiteres öffentlich zugängliches Gebäude dazu.
Das Uferwerk ist vollumfänglich in Betrieb: 100 Erwachsene und über 40 Kinder leben in 61 Wohneinheiten. Coworking-Space (8 Plätze), Ateliers, Metall-, Holz-, Elektro- und Nähwerkstätten, Foodcoop, Leihladen, Carsharing mit 6 Autos und 2 E-Lastenrädern, Gästewohnung und zwei Saunen sind aktiv. Die Klimawerkstatt und das Uferhaus sind für die Nachbarschaft geöffnet. Das zuvor fast vollständig versiegelte Gelände ist jetzt eine grüne Oase mit etwa 75 neu gepflanzten Bäumen und kleinen Anbauflächen für Obst und Gemüse.
Das Uferwerk befindet sich in einer stabilen Phase: Alle Baumaßnahmen abgeschlossen, kaum Fluktuation, Finanzen langfristig gesichert. Aktuell steht die zukunftsfähige Erneuerung der Energieanlage und die Klimaanpassung von Gebäuden und Gelände an. In Diskussion sind Konzepte für gutes betreutes Wohnen bis zum Lebensende. Für die Klimawerkstatt Werder und das Uferhaus werden Inspirationen und Kooperationen gesucht, um die Angebote in die sich polarisierende Stadtgesellschaft zu öffnen und weiterzuentwickeln.
Die Uferwerk eG wurde 2011 gegründet, um ihren Mitgliedern dauerhaft gesicherten Wohnraum für generationenverbindende, sozial gemischte und gemeinschaftliche Wohnformen in möglichst ökologischen Gebäuden zur Verfügung zu stellen. In einer ehemaligen Fabrikanlage in Werder (Havel) bei Berlin entstand ein selbstverwalteter Ort, an dem das tägliche Zusammenleben – gerahmt von Werkstätten, Kultur und Gärten – gemeinsam gestaltet wird. Mobilität, Nahrung, Gedanken und Geräte werden geteilt. Ein inspirierender und offener Ort des Austauschs, auch mit der Nachbarschaft und Stadtgesellschaft.
Wohnen Arbeiten Offene Treffpunkte und Angebote Klimaschutz Demokratie und Sozialer Zusammenhalt

Wohnen

Mit dem Uferwerk entstand auf einer ehemaligen Industriebrache selbstverwalteter Wohnraum. Durch denkmalgerechte Umbauten wurden 61 Wohneinheiten geschaffen. Die Miete liegt unter dem lokalen Durchschnitt. Als Genossenschaft bleibt der Wohnraum dauerhaft dem spekulativen Markt entzogen. Rund 140 Menschen leben hier generationenübergreifend zusammen. Gegenseitige Unterstützung bei Krankheit, Kinderbetreuung und ein gemeinschaftlich getragener Solifonds für finanziell schwächer gestellte Mitglieder sind selbstverständlicher Alltag. Werkstätten, Saunas, Foodcoop, Waschmaschinenraum, Leihladen und ein großes Gemeinschaftshaus stehen für Mitglieder zur Verfügung. Ein zuvor privatisierter Uferstreifen ist mittlerweile wieder öffentlich zugänglich. Der Ort wurde in Eigeleistung mit den Mitglieder ausgebaut. Bis heute sichern zahlreiche Gremien und Arbeitsgruppen Transparenz, Mitbestimmung und Verantwortung.

Offene Treffpunkte und Angebote

Offene Treffpunkte sind im Uferwerk strukturell verankert. Die „Klimawerkstatt“ des Halle 36 e.V. bietet frei nutzbare Werkstätten (Holz, Fahrrad/Metall, Textil, Elektronik), ein monatliches Repair-Café und Workshops zu Nachhaltigkeit und DIY. In Kooperation mit Schulen und einer Geflüchteten-Einrichtung entstanden Projekttage und gemeinsames Fahrradaufbereiten. Das „Uferhaus“ (Luise 19E) ist ein besonderer offener Treffpunkt: Hier finden Gesprächsrunden, gemeinsame Essen, Kulturveranstaltungen und selbstorganisierte Initiativen statt. Foodcoop, Leihladen und öffentlich buchbare E-Lastenräder ergänzen die Angebote. Diese niedrigschwelligen, nichtkommerziellen Räume wären ohne das Uferwerk in Werder so nicht entstanden.

Demokratie und Sozialer Zusammenhalt

Im Uferwerk ist demokratisches Handeln Teil des Alltags. Als selbstverwaltete Genossenschaft werden grundlegende Entscheidungen offen diskutiert und gemeinsam getragen. Kinder und Jugendliche erleben, wie Verantwortung, Aushandlung und Mitbestimmung funktionieren. Viele Bewohner*innen engagieren sich darüber hinaus für demokratische Teilhabe in Werder: in lokalen Parteistrukturen, bei „Omas gegen Rechts“, im „Netzwerk Neue Nachbarn“ und in kommunalen Gremien bis in den Kreistag. Der Verein „Stadt-Land-Move“ und das „Aktionsbündnis Weltoffenes Werder“ haben ihren Sitz im Uferwek und organisieren Austauschformate, stärken antirassistische Diskurse und fördern lokale Partizipation. Der Halle 36 e.V. stärkt durch das Eine-Welt-Promotor*innen-Programm die Sichtbarkeit und Expertisen von Geflüchtete.

Wer steht hinter Uferwerk ?

Über die Projektgruppe

Für die meisten Beteiligten war das Uferwerk ihr erstes Projekt dieser Art. Die gute Altersmischung der relativ großen Gruppe bringt Erfahrungen aus diversen Kontexten zusammen. Die Architekt*innen sind von Anfang an Teil der Genossenschaft. Neben handwerklichen Fähigkeiten von Tischler*innen und Organisationsentwickler*innen steht die Überzeugung, dass alle Mitglieder nützliche Kompetenzen einbringen können. Die Herausforderung bleibt der enorme zeitliche Aufwand – für viele zusätzlich zur Erwerbs- und Erziehungsarbeit.

Über die Organisationsform

Als Genossenschaft ist das Uferwerk von Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung geprägt. Gemäß demokratischer Grundsätze entscheidet die Mehrheit. Der dreiköpfige Vorstand rotiert alle zwei Jahre. Das monatlich tagende Plenum ist das wichtigste Organ und gibt dem Vorstand seine Aufgaben. Thematische Arbeits- und Projektgruppen versichern sich regelmäßig ihres Mandats und können innerhalb ihres Rahmens Entscheidungen treffen. Aus Gründen der Barrierearmut wird in allen Gremien weitgehend analog entschieden.

Ansprechpersonen

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Mirko Kubein

Mit-Gründer

Tina Rumpel

Mit-Gründerin