Offene Treffpunkte und Angebote
Herbsthausen versteht sich als offener Ort, der sich bewusst an Gartow anschließt – mit niedrigschwelliger Architektur, freiem Zugang zum Sägewerk als Erinnerungsort und Kooperationen mit lokalen Vereinen. Inklusivität hat dabei hohe Priorität: Die Angebote richten sich an eine breite Öffentlichkeit und sollen Begegnungen zwischen unterschiedlichen Milieus herstellen. Das Art Camp etwa verbindet seit fünf Jahren junge Kulturschaffende aus politisch oder geografisch prekären Regionen Osteuropas mit Künstler*innen aus Niedersachsen – mit öffentlichen Abschlussfestivals, Workshops und Kunstvermittlung. Der „Merkwürdige Markt" brachte 2025 Nachbar*innen, Kunsthandwerker*innen und Kunststudierende zusammen; eine dadaistische Kunstdemo zog über 200 Teilnehmende auf die Straße. Geplant sind weitere Kooperationen mit Schulen und der Volkshochschule. Besonders geschätzt wird das wachsende gastronomische Angebot: Experimentelle Menüs und gesellige Abende – etwa mit Pizzaofen auf dem Adventsmarkt – schaffen ungezwungene Begegnung unter Fremden.
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Herbsthausen versteht Kulturarbeit als fundamentalen Baustein der Demokratie – als Raum, in dem Begegnung und Verständigung jenseits von Bekenntniszwang möglich sind. Die Idee zum Umbau ist eng mit dem Art Camp verknüpft: Gegründet vor dem Hintergrund der belarussischen Repressionen, unterstützt es seitdem oppositionelle und im Exil lebende Kulturschaffende – aus Belarus, Serbien und der Ukraine. Der Erfolg dieser Arbeit hat zu einer größeren Vision geführt: der „Exil Art School" – einer geplanten Sommerakademie für Kulturschaffende, die in ihren Heimatländern keine freie Grundlage für ihre Arbeit finden. Ab 2027 wird das Art Camp zunächst auf zwei Monate ausgebaut. Dabei werden stets auch lokale Künstler*innen und Handwerker*innen einbezogen, Exkursionen in die Region organisiert und Abschlussfestivals als Begegnungsformat gestaltet. Architektonisch spiegeln zwei geplante Gebäude diese Doppelstrategie: Die Kunsthalle steht für den internationalen Anspruch, das Regionalmuseum im ehemaligen Sägewerk für die regionale Verwurzelung.