Das Projekt

Die Komturei Werben in Werben (Elbe), Sachsen-Anhalt, ist ein denkmalgeschütztes Ordensgut, das seit 2020 schrittweise zu einem ökologischen Modellprojekt für gemeinschaftliches Wohnen, kreatives Arbeiten und regionale Vernetzung in der Altmark entwickelt wird.

Gestern und heute

Die Komturei Werben hat eine Jahrhunderte alte Geschichte als Wirtschaftshof, Ordenssitz und später als LPG-Betrieb. Nach dem Ende der DDR verfiel das Ensemble wie viele Orte in der Altmark – bis ein Architekt*innenteam aus Berlin auf der Suche nach einem Ort für kreatives Arbeiten und Wohnen mit dem Fahrrad nach Werben kam und direkt begeistert war. Über ein Jahr lang wurde ein Konzept entwickelt, mit der Stadt Werben abgestimmt und das Gelände schließlich konzeptgebunden erworben.
Das Verwalterinnenhaus ist fertiggestellt: Gästewohnungen und Sauna können über gebucht werden. Als nächstes Projekt ist das barrierefreie Alterswohnen im Langstall geplant; gesucht werden private Investor*innen, die eine Einheit kaufen und diese der Borghardt-Stiftung zur Nutzung verpachten. Parallel wird eine Baugruppe für die Scheune gesucht: Sechs Einheiten zum Selbstausbau für Kreative sind dort geplant. Für den Stall werden Interessierte für genossenschaftliches Wohnen gesucht.
Die nächste Bauphase hängt von privaten Investor*innen ab: Für den Langstall werden Käufer*innen gesucht, die ihre Einheit der Borghardt-Stiftung verpachten. Für die Scheune wird eine Baugruppe gesucht – sechs Einheiten zum Selbstausbau für Kreative und ortsunabhängig Arbeitende. Für den Stall werden Interessierte für genossenschaftliches Wohnen gesucht. Parallel soll die regionale Vernetzung wachsen: mehr Akteur*innen aus Nachbarschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft sollen eingebunden werden. Das Projekt setzt auf Sichtbarkeit auf Plattformen, die gezielt Menschen ansprechen, die Selbstausbau, gemeinschaftliches Wohnen und ländliches Leben mit Geschichte suchen.
Auf dem Gelände der ehemaligen Komturei entsteht ein ökologisches Modellprojekt um einen gemeinschaftlich genutzten Hof – für sozialen Austausch, digitale und kreative Arbeit sowie generationenübergreifendes und genossenschaftliches Wohnen in der Altmark.
Wohnen Arbeiten Klimaschutz Demokratie und Sozialer Zusammenhalt Zukunftsfähige Regionen und Städte

Wohnen

Die Komturei bietet fünf verschiedene Wohnformen auf einem Hof: Temporäres Wohnen im Verwalterinnenhaus, barrierefreies Alterswohnen im Langstall, genossenschaftliches Wohnen im Stall, Wohnen & Arbeiten in der Scheune sowie klassische Gästewohnungen. Für jede Form werden passende Grundrisse entwickelt, die auf die jeweiligen Gebäude und deren Eigenheiten zugeschnitten sind. Denkmalschutz und Bestand geben die Spielregeln vor. Ziel ist, durch Nutzungsvielfalt möglichst unterschiedliche Menschen auf dem Hof zusammenzubringen.

Zukunftsfähige Regionen und Städte

Klimafreundliches Bauen ist bei der Komturei Grundhaltung. Das Team besteht teils aus Architekt*innen und setzt sich beim Umbau mit Materialwahl, Ökobilanz, Lebensdauer und handwerklichen Methoden auseinander. Natürliche Materialien wie Lehm, Kalk und Holz spielen eine zentrale Rolle: Sie sind lokal verfügbar, basieren auf langerprobtem Handwerk und lassen sich am Ende ihres Lebenszyklus wieder dem natürlichen Kreislauf zuführen. Es wird nicht neu gebaut, sondern bestehende Substanz umgebaut. Grauer Energie wird mitgedacht. Jede Entscheidung über Materialien und Konstruktion wird mit Blick auf Ressourcenschonung und Langlebigkeit getroffen.

Klimaschutz

Die Altmark gehört zu den strukturschwachen ländlichen Räumen Deutschlands. Die Komturei setzt dem ein behutsames Revitalisierungsmodell entgegen: neue Nutzungen, die den Bestand wertschätzen, neue Menschen, die sesshaft werden, neues Gewerbe, das Steuern zahlt – aber alles kuratiert, damit die Bevölkerung sich nicht übergangen fühlt und das Konzept langfristig trägt.

Wer steht hinter Komturei Werben ?

Über die Projektgruppe

Das Team der Komturei besteht hauptsächlich aus Architekt*innen. Mirko Kubein, Mitgründer der Uferwerk Genossenschaft eG, ergänzt das Team in Kommunikation und Organisation und bringt Erfahrungen aus einem erfolgreichen genossenschaftlichen Stadtentwicklungsprojekt mit. Das Team steht in aktivem Austausch mit Politiker*innen der Stadt Werben, zuständigen Ämtern und regionalen Akteur*innen.

Über die Organisationsform

Die Komturei Werben ist als Unternehmen organisiert, ergänzt durch eine teilweise gemeinnützige Struktur. Entscheidungen werden vom Bedarf geleitet: Mensch, Natur und Bestand bestimmen, was gebaut und wie gestaltet wird. Zugleich spielen Wirtschaftlichkeit und Experimentierfreude eine Rolle – beides wird als sich ergänzend verstanden.

Ansprechpersonen

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Jurek Brüggen

Miteigentümer

Aimée Michelfelder

Mitgründerin