Das Projekt
Güstritz 14 in Wustrow (Niedersachsen) ist ein gemeinschaftliches Wohn- und Lebensprojekt: seit 2010 verbindet es ökologisches Gärtnern, Saatgutvermehrung, solidarische Landwirtschaft und soziokratische Selbstorganisation.
Gestern und heute
Die Gruppe startete 2010 als Kommuneprojekt und hat Arbeiten, Leben und Wohnen eng miteinander verzahnt. Diese Verzahnung und die gemeinsame Ökonomie stellten die Beteiligten vor Herausforderungen. Vier Kinder wurden in ihrer Entwicklung zu Jugendlichen begleitet. 2010 wurde die erste Solawi in der Region gegründet und erfolgreiche Netzwerke in die Dorfgemeinschaft sowie zu anderen Projekten in der Region entwickelt.
Die Gruppe überarbeitet ihre Organisationsstruktur und ihren „Projektkern". Es wird daran gearbeitet, mehr Menschen in unterschiedlichen Rollen in das Projekt einzubinden. Bisher haben die Bewohnenden gleichzeitig die Rolle der Gründenden und der Projektentwicklenden inne. Dabei steht die Gruppe vor der Herausforderung, das Projekt nachhaltig über die eigene Anwesenheit hinaus zu entwickeln und gleichzeitig noch ein Zuhause für die Beteiligten und die Kinder zu sein. Eine weitere Herausforderung ist, dass die Projektentwicklung kaum im rein ehrenamtlichen Engagement zu bewältigen ist.
In den nächsten zwei Jahren sollen die Möglichkeiten zur Partizipation für Menschen, die nicht im Projekt wohnen, ausgebaut werden. Gleichzeitig soll die finanzielle Bindung der aktuell im Projekt lebenden Menschen durch eine kollektivere Form des Besitzes ersetzt werden. Dafür wird Unterstützung in Form von Beratung bei der Überführung vom bestehenden Modell in eine neue Form benötigt. Um die Projektentwicklung nachhaltiger zu gestalten, wird zudem Beratung zu Fördermöglichkeiten gesucht, damit diese Arbeit nicht ausschließlich im Ehrenamt geleistet werden muss.
In zwei Jahren soll der Begegnungsort (Café) ausgebaut sein. Dieser Ort soll u. a. genutzt werden, um mit dem Dorf einen Prozess anzustoßen, der – von Transition Town inspiriert – das Leben im Dorf nachhaltiger gestalten will.
Ein weiterer Punkt ist der Ausbau, Erhalt oder Abriss der Gebäudestruktur. Auch bei Fragen des Denkmalschutzes und finanziellen Hürden wird Unterstützung benötigt. In zwei Jahren soll ein baulicher Entwicklungsplan fertiggestellt sein.
Güstritz 14 soll als generationsübergreifender Ort weiterentwickelt werden, an dem Solidarität gelebt und weitergetragen wird. Ziel ist es, die Resilienz des Projektes sowie der Gemeinde zu stärken und somit Demokratie, einen antifaschistischen Grundkonsens und Friedensbildung praktisch zu verankern. Durch gemeinsames Lernen, das Teilen von Erfahrungen und eine gelebte Daseinsgrundversorgung – etwa in solidarischer Landwirtschaft – soll eine Wirkung über den Ort hinaus entfaltet werden. Bildung, Kunst und Kultur dienen dabei als Motoren, um eine gerechte, zukunftsfähige Gesellschaft für alle Mitgestaltenden wirksam mitzugestalten.
Wohnen
Offene Treffpunkte und Angebote
Klimaschutz
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Zukunftsfähige Regionen und Städte
Offene Treffpunkte und Angebote
Güstritz 14 verbindet ökologische Bewirtschaftung, Ressourcenschonung und Bildung auf 2 ha Fläche. Die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) versorgt rund 100 Menschen regional mit Gemüse aus samenfestem Saatgut. Zur Förderung der Biodiversität wurden Hecken und Teiche angelegt sowie Methoden wie Sensenmahd und Pferdebeweidung etabliert. Der Ressourcenschutz wird durch eine Pflanzenkläranlage, Regenwassernutzung und eine energetische Sanierung mit Naturbaustoffen umgesetzt. Die Energieversorgung basiert auf Holz und Solar. Sharing-Modelle für Werkzeuge, Autos, Lebensmittel und Kleidung senken den Verbrauch zusätzlich. Durch Kooperationen mit Schulen, Workshops zu Wildkräutern und einer Mosterei wird Naturschutz vor Ort praktisch vermittelt. So entsteht ein Ort, an dem ökologische Kreisläufe und gemeinschaftliches Handeln direkt erlebbar sind.

Offene Treffpunkte und Angebote
Niedersachsen Wustrow
Bildung von Anfang an - Gunda Pein
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Klimaschutz
Güstritz 14 stärkt Demokratie und sozialen Zusammenhalt, indem es Begegnung, Mitwirkung und eine aktive Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart im Dorf ermöglicht. Formate wie der Winterzauber, der Dorfflohmarkt oder weitere Feste schufen niedrigschwellige Räume für Austausch und gemeinsames Gestalten. So wird Vertrauen aufgebaut und das Miteinander im Dorf gestärkt.
Für das kommende Jahr ist ein klarer Fokus auf partizipative Formate geplant, die demokratische Mitbestimmung und gemeinsame Entscheidungsprozesse weiter ausbauen.
Ein zentraler Beitrag liegt in der kritischen Aufarbeitung lokaler Geschichte: Das Projekt war an der Gestaltung des Rundwegs zur Zwangsarbeit in Güstritz während des Nationalsozialismus beteiligt sowie an der Erstellung der Dorfchronik des Museums in Wustrow. So trägt Güstritz 14 dazu bei, Erinnerungskultur und demokratisches Bewusstsein im Dorf zu stärken.


Klimaschutz
Niedersachsen Wustrow
Regionale Möhren - Marco Viering
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Acker und Bodenbearbeitung mit Pferd - Gunda Pein
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Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Güstritz 14 schafft einen zentralen Beitrag zu offenen, nicht-kommerziellen Treffpunkten im ländlichen Raum. Vor Projektbeginn gab es im Umkreis von zwei Kilometern keine öffentlich zugänglichen Räume für Begegnung, Kultur oder gemeinsames Lernen. Der rund 80 m² große Raum steht offen für Konzerte, Workshops, Seminare und als allgemeiner Treffpunkt. Außerhalb der Sommermonate nutzen ihn durchschnittlich rund 30 Menschen pro Monat; während der Kulturellen Landpartie kommen rund 1.000 Menschen. Perspektivisch ist eine wöchentliche Öffnung mit Cafébetrieb geplant. Ein weiterer Treffpunkt ist die „Schatzkammer" der Solawi, die an zwei Tagen pro Woche als Abholort und sozialer Begegnungsraum dient. Insgesamt stärkt Güstritz 14 so die soziale Infrastruktur im ländlichen Raum.

Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Niedersachsen Wustrow
Kulturelle Landpartie - Marco Viering
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Wer steht hinter Güstritz 14 ?
Über die Projektgruppe
Im Projekt sind Kompetenzen in biologischem Gärtnern, Saatgutvermehrung und dem Aufbau Solidarischer Landwirtschaft vorhanden. Hinzu kommen Erfahrungen in der Organisationsentwicklung – insbesondere nach soziokratischen Prinzipien – sowie in Moderation und Veranstaltungsdurchführung. Eine Ärztin bringt zudem umfassende Kompetenzen im Gesundheitsbereich mit.
Über die Organisationsform
Das Projekt arbeitet nach soziokratischen Prinzipien, trifft Entscheidungen im Konsent und arbeitet in Kreisen.
Ansprechpersonen
Marco Viering
Gründer
Gunda Pein
Gründerin





