Das Projekt

Ein Ding der Möglichkeit ist eine 2020 gegründete Genossenschaft auf dem denkmalgeschützten Rundlingshof Salderatzen (Baujahr 1900) bei Waddeweitz im Wendland – ein gemeinschaftlicher Wohn- und Arbeitsort mit Gästehaus, Kulturscheune, Kreativlabor und genossenschaftlichen Wohneinheiten.

Gestern und heute

Ein Ding der Möglichkeit ist ein kreativer Projektort inmitten von Wiesen und Wäldern im Wendland zwischen Hamburg und Berlin. Die Genossenschaft wurde im Februar 2020 mit dem Ziel gegründet, einen Ort zu gestalten, an dem innovative Wohn- und Arbeitsformen entstehen und getestet werden. Neun Erwachsene und drei Kinder leben aktuell auf dem Hof. Einige Mitglieder der Gemeinschaft sind bereits seit ihrer Kindheit miteinander befreundet. Was sie vereint, ist die Sehnsucht nach mehr Gestaltungsspielraum und dem Wunsch, nachhaltige Projekte und Lebenskonzepte umzusetzen sowie Impulse für gesellschaftlichen Wandel zu geben. Auch der Name hat seinen Ursprung in dieser Haltung. Die Suche nach einem passenden Namen, der die vielen Visionen unter einem Dach vereint, schien zunächst unmöglich, bis jemand sagte: Nicht unmöglich, sondern einfach ein Ding der Möglichkeit!
Ein Ding der Möglichkeit bietet Menschen auf dem Hof eine Plattform – ob mit einem Workshop oder Event, einer Künstler*innen-Residenz oder einem innovativen Ideen- und Erfahrungsaustausch. Co-Kreation spielt dabei eine zentrale Rolle. Derzeit können Menschen hier in Gestaltungsfreiräume, Team-Offsites, Yoga-Retreats und Künstler*innen-Residenzen eintauchen und Raum für Neues schaffen. Auf dem Hof befinden sich das Gästehaus Träumerei, eine Kulturscheune mit Bühne, eine Gastronomie sowie das Kreativ- und Innovations-Lab. Das Lab ist das Herzstück des Hofes: Auf 700 m² entstehen in Seminar- und Workshopräumen, Ateliers und einer Holzwerkstatt innovative Ideen für wünschenswerte Zukünfte. Die liebevoll eingerichteten Zimmer der Träumerei schaffen individuelle Rückzugsorte. Die Gastronomie setzt auf regionale und biologische Verpflegung, nach dem Motto: Du bist, was du isst!
In den kommenden Jahren will die Genossenschaft den Fokus stärker auf eigene Angebote legen: neue Teambuilding-Workshops in der offenen Küche, Beratungsformate im Lab, das jährliche Mut-Retreat zu den Fragen rund um mutige Visionen und Veränderung sowie ‘Vision Zukunft’ – ein Format, das Gruppen bei der Entwicklung neuer Lebens- und Arbeitsmodelle begleitet. Die Transformationsberatung in Organisationen wird ausgebaut. Parallel begleitet Ein Ding der Möglichkeit zunehmend andere Projekte, die Ähnliches vorhaben. Mit einem selbst entwickelten Tool für einen 360 Grad Überblick. Kunst und Kreativität bleiben dabei Motor und Ausdrucksform: als Teilnehmende der Kulturellen Landpartie, als Gastgeberin von Residenzen und als Ort, der glaubt, dass wünschenswerte Zukünfte nur gemeinsam gelingen.
Die Vision ist ein lebendiger Zukunftsort, an dem Zukunft bereits gelebt wird. Dort werden neue Formen von Gemeinschaft, Arbeit, Kunst und Wirtschaft erprobt, die auf Solidarität, Sinn und Regeneration beruhen. Inmitten der Natur des Wendlands entsteht ein offenes Experimentierfeld für mutige Ideen, co-kreative Prozesse, innere Entwicklung, neues Zusammenleben und künstlerische Ausdrucksformen. Menschen aus unterschiedlichen Kontexten kommen zusammen, teilen Erfahrungen, entfalten Potenziale und bringen konkrete Zukunftsbilder in die Praxis. Lokal verwurzelt und überregional vernetzt zeigt Ein Ding der Möglichkeit, dass Wandel möglich ist – mutig, wirksam und inspirierend.
Wohnen Arbeiten Offene Treffpunkte und Angebote Demokratie und Sozialer Zusammenhalt Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung

Offene Treffpunkte und Angebote

Ein Ding der Möglichkeit ist kein geschlossener Ort. Das Gästehaus Träumerei mit 15 Zimmern empfängt Übernachtungsgäste; die Kulturscheune mit Bühne öffnet sich für Konzerte, Theater und Veranstaltungen. Mittagstisch, Osterfeuer und Flohrmärkte machen den Hof zum niedrigschwelligen Treffpunkt für Anwohnende. Lokale Tanzgruppen, Chöre und Schultheatervorstellungen nutzen die Räume regelmäßig. "Die Kulturelle Landpartie bringt jährlich bis zu 1.500 Besuchende auf den Hof. Künstler*innen-Residenzen in Kooperation mit dem detect Festival teilen Work-in-Progress-Showings und Werkstattkonzerte mit der Region. Das Prinzip: ein Ort, der sich öffnet – für Gäste von weit her und für Nachbar*innen gleichermaßen."""

Demokratie und Sozialer Zusammenhalt

Das Wendland ist geprägt von einer starken Protestbewegung gegen das Endlager Gorleben, die entscheidend zum Atomausstieg beitrug. Gleichzeitig ist die Region nicht frei von Rechtsruck: Völkische Siedler*innen im benachbarten Landkreis Uelzen und hohe AfD-Stimmenanteile in Sachsen-Anhalt machen demokratisches Engagement notwendig. Die Hofgemeinschaft sieht sich in der Verantwortung, demokratische Werte zu verteidigen – durch aktive Mitarbeit in der AG gegen Rechts des KLP-Vereins sowie Kooperationen mit Akteur*innen wie dem Verein Quartier Vier, mit dem u. a. kreative Ferienprogramme für Kinder aus der Region durchgeführt werden. Kostenfreie politische Workshops, Vorträge und Lesungen – u. a. mit Arne Semsrott, Pro Asyl, dem PengKollektiv!, Correctiv und den Omas gegen Rechts – richten sich an Menschen aus der Region und darüber hinaus. Die dabei entstehenden nachhaltigen Beziehungen basieren auf gemeinsamen Werten – denn nur Zusammenarbeit und Solidarität halten zusammen.

Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung

Ein Ding der Möglichkeit begleitet Organisationen dabei, eine Kultur zu entwickeln, die Menschen stärkt und Verantwortung für das größere Ganze übernimmt. Die Überzeugung: wirtschaftlicher Erfolg, sinnstiftende Arbeit und Gemeinwohlorientierung sind keine Gegensätze. Formate wie Workshops, Prozessbegleitung und Retreats helfen Teams dabei, Entscheidungsmodelle und Führungsstrukturen langfristig tragfähig zu gestalten. Dabei wird Organisationsentwicklung mit Gemeinwohl-Ökonomie, regenerativen Ansätzen und wertebasierter Führung verbunden. Die eigene Genossenschaft ist dabei immer auch Praxisbeispiel: sozio- und holokratisch inspirierte Strukturen, konsensuale Entscheidungsfindung, klare Verantwortungsbereiche. Ein selbst entwickeltes Tool hilft anderen Projekten, die Komplexität größerer Vorhaben zu reduzieren.

Wer steht hinter Ein Ding der Möglichkeit ?

Über die Projektgruppe

Die Gruppe kommt aus Kreativagenturen in Hamburg und Berlin: Annika, Julia, Peggy, Kim und Niels bringen Expertise in Art Direction, Strategie und Projektmanagement mit. Peter ist Bootsbaumeister, Eva kam aus dem Booking und Tourmanagement für Künstler*innen. Die Verantwortungsbereiche sind intern zwischen den ordentlichen Mitgliedern aufgeteilt. Über die Kerngruppe hinaus wächst das Netzwerk durch investierende Genossenschaftsmitglieder, Kooperationspartner*innen und Menschen, die temporär mitarbeiten.

Über die Organisationsform

Ein Ding der Möglichkeit ist eine Genossenschaft, die sich von sozio- und holokratischen Grundsätzen inspirieren lässt. In prozessorientierten Arbeitsgruppen wird mit Neugier und Vertrauen gearbeitet. Der Ort wird als lebendiges Labor verstanden, in dem Ideen organisch und iterativ wachsen dürfen. Statt starrer Abläufe gelten Haltungen: Achtsamkeit, Transparenz, Respekt und Mut zum Experiment. Entscheidungen werden bewusst und dialogbasiert getroffen: langsam genug, um das Wesentliche zu erkennen, und schnell genug, um handlungsfähig zu bleiben. Wo möglich, entscheidet die Gemeinschaft konsensual; wo nötig, klar und eindeutig. Entscheidungen gelten dabei nicht als Endpunkte, sondern als Schritte in eine gemeinsam gestaltete Zukunft. Jedem Bereich wird dabei ein klar definierter Handlungsspielraum zugesprochen.

Ansprechpersonen

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Annika Heinrichs

Lab: Transformation & Strategie

Eva Nalbach

Kunst & Kultur