Das Projekt

In Uebigau (Elbe-Elster, Brandenburg) verwandelt Anders Zusammen Leben e.V. eine seit 2015 leerstehende Schule in ein generationsübergreifendes Wohnprojekt: 27 sozial geförderte Wohneinheiten, eine Genossenschaft, ein Verein – und der Anspruch, dass aus dem Klassenzimmer ein Wohnzimmer wird.

Gestern und heute

Die Schule in Uebigau wurde in den 70er Jahren erbaut. Bis 2015 fand dort Unterricht statt, dann zog die Schule in den Nachbarort. Das Gebäude stand seitdem leer – wie viele Schulen, Rathäuser und Gemeinschaftshäuser in ländlichen Regionen Ostdeutschlands, die nach der Wende ihre Funktion verloren haben. Mandy Fuhrmann, aufgewachsen im Landkreis Elbe-Elster, kehrt zurück – mit der Erfahrung aus einem ähnlichen Wohnprojekt in Nürnberg, wo sie neun Jahre lang als Vorstand gearbeitet hat. Im Dezember 2020 gründet sie gemeinsam mit anderen Engagierten den Verein Anders Zusammen Leben e.V. in Uebigau. Die Bürgermeisterin, ehemalige Lehrkräfte, Menschen aus dem Sozial- und Wohnungswirtschaftsbereich: Die Gruppe ist von Anfang an breit aufgestellt. Studierende der TU Dresden erarbeiten Umbauentwürfe. Das Bundesfamilienministerium nimmt das Projekt zur Kenntnis. Im August 2024 wird die Förderung für das Generationenwohnprojekt bewilligt. Im September 2024 wird das Projekt bei einer Einweihungsfeier der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Bauantrag ist eingereicht. 2026 soll der Umbau beginnen.
Das Generationswohnprojekt befindet sich in der aktiven Entwicklungs- und Aufbauphase. Die planerischen Grundlagen sind erstellt und der Bauantrag eingereicht, die Finanzierung steht und wird 2026 mit der Wohnraumförderung unterstützt, bereits reservierte Wohnungen aus der Region sowie außerhalb des Ortes sind vergeben. Der Rückbau soll Anfang 2026 erfolgen, nach der Förderzusage ist die Sanierung bis Mitte 2027 geplant.
Das Ziel für 2027: Einzug in die fertiggestellten Wohneinheiten.Darüber hinaus geht es um vorallem um zwei Dinge: Erstens die wirtschaftliche Stabilität absichern – Finanzierung abschließen, langfristige Kooperationen entwickeln. Zweitens die ehrenamtliche Struktur stärken und Öffentlichkeitsarbeit professionalisieren.
In Uebigau entsteht im ehemaligen Schulgebäude ein generationsübergreifendes Wohnprojekt, das ländlichen Raum und gemeinschaftliches Leben miteinander verbindet. Anders Zusammen Leben schafft sozialgeförderte Wohnräume für Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Mobilitätsbedürfnisse – seniorengerecht, familienfreundlich und inklusiv. Gemeinschaftsräume, Werkstätten, Begegnungsstätten und grüne Außenbereiche ermöglichen ein Erholung, Teilhabe und Begegnung. Ziel ist ein solidarische und lebendiges Miteinander.
Wohnen Offene Treffpunkte und Angebote Demokratie und Sozialer Zusammenhalt Arbeiten Zukunftsfähige Regionen und Städte

Wohnen

Insgesamt entstehen 27 Wohneinheiten mit Größen von 30 bis 105 m², die sozial gefördert vergeben werden. Das Angebot richtet sich an Senior*innen, Familien, Alleinerziehende und junge Menschen gleichermaßen – mit barrierefreien und behindertengerechten Wohnungen sowie Clusterwohnungen mit Gemeinschaftsanteil. Jede Wohnung hat einen persönlichen Rückzugsbereich: Balkon, Terrasse oder Kleingartenparzelle. Innenhof, Garten, Turnhalle und Spielplatz gehören zur gemeinschaftlichen Infrastruktur. Eine Genossenschaftsmitgliedschaft ermöglicht Mitbestimmung und langfristige Sicherheit – kein Mietverhältnis auf Abruf, sondern ein Dauernutzungsvertrag. "Das Ziel: selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden, getragen von nachbarschaftlicher Hilfe und gegenseitiger Unterstützung im Alltag.

Zukunftsfähige Regionen und Städte

Anders Zusammen Leben fördert sozialen Zusammenhalt: Kurze Wege, persönliche Kontakte und gewachsene Vertrauensstrukturen sind die Grundlage. Im Projekt werden Entscheidungen gemeinsam besprochen; Verein und Genossenschaft sind so verzahnt, dass Mitglieder in beiden Strukturen mitwirken können. Nachbarschaftshilfe, das Ausleihen von Gegenständen und gemeinsames Anpacken werden hier gelebt. Ein starkes Miteinander, gegenseitige Unterstützung und demokratische Beteiligung werden als wesentliche Grundlagen für eine lebendige, solidarische und zukunftsfähige Region verstanden.

Demokratie und Sozialer Zusammenhalt

Anders Zusammen Leben belebt das leerstehende Schulgebäude zu einem Ort für regionale Entwicklung. Neue Bewohnende ziehen in die strukturschwache Region, bringen Ideen, Fähigkeiten und Engagement mit – beruflich, ehrenamtlich oder aus dem Hobby heraus. Dabei verbindet das Projekt Menschen, Land und regionale Strukturen: In Kooperation mit Studierenden der TU Dresden, regionalen Akteur*innen und der Stadtverwaltung entstehen neue Ansätze etwa im Gesundheitswesen oder Dienstleistungsbereich, von denen die gesamte Region profitiert. Uebigau zeigt, dass ländliche Räume als Lebens- und Arbeitsort attraktiv sein können – als Orte der Erholung, des Naturerlebnisses und der Kreativität.

Wer steht hinter Anders Zusammen Leben ?

Über die Projektgruppe

Die Projektgruppe vereint Menschen aus Uebigau und der Region: ehemalige Lehrkräfte, die das Schulgebäude von innen kennen, Fachleute aus Sozialarbeit und Wohnungswirtschaft, engagierte Nachbar*innen. Aus dem gesmaten Bundesgebiet liegen weitere Mitgliedsanfragen vor.

Über die Organisationsform

Anders Zusammen Leben arbeitet mit zwei sich ergänzenden Strukturen: Der Verein Anders Zusammen Leben e.V. trägt das Engagement, die Öffentlichkeitsarbeit und die Projektentwicklung. Die Anders Zusammen Leben eG als Genossenschaft übernimmt die Umbaumaßnahmen, Instandhaltung und Finanzierung des Gebäudes. Der Verein ist Mitglied der Genossenschaft und verbindet damit Teilhabe und Verantwortung. Entscheidungen werden gemeinsam besprochen: Offene Treffen, klare Rollen, kontinuierlicher Austausch. Wer Mitglied ist – in Verein oder Genossenschaft – hat eine Stimme.

Ansprechpersonen

 -
Mandy Fuhrmann

Vorstand

Sabine Lademann

Aufsichtsrat