Das Projekt
Das Künstlerhaus Thüringen e.V. in Kannawurf belebt Schloss Kannawurf als regional und überregional agierenden Produktions- und Veranstaltungsort für Kunst und Kultur.
Gestern und heute
Am Nordrand des Thüringer Beckens führen viele alte Obstalleen über die hügelige Landschaft und verweisen auf eine Geschichte, die in fast unendliche Tiefen reicht. Die Projektgruppe entdeckte Schloss Kannawurf im Sommer 2007 zufällig beim Kirschenpflücken, woraus die Idee entstand, dort mit Freund*innen eine ästhetische Oase abseits der Vermarktung zu schaffen. Nach dem Kauf des Schlosses wurde noch im selben Jahr der Verein Künstlerhaus Thüringen e.V. gegründet, um im Anschluss mit den notwendigen Arbeiten zu beginnen.
Das Künstlerhaus Thüringen bringt vielfältige niveauvolle Kultur aufs Land. Es hat 30 Mitglieder und viele Freund*innen. Seit 2008 haben über 600 Veranstaltungen stattgefunden. Die Themenbereiche des Künstlerhauses sind mit den Jahren vielfältig geworden: Kulturangebote, die gesellschaftliche Themen abbilden und aufs Land bringen, ohne abgehoben zu sein, gleichzeitig ein Ort künstlerischen Schaffens für Resident*innen zu sein, parallel das Schloss sanieren und neue Räume erschließen, mit eigenen künstlerischen Bühnenproduktionen in mehreren Bundesländern präsent sein, einen umfangreichen Garten pflegen.
Um die Strukturen resilienter zu gestalten, wird derzeit nach einer neuen Organisationsform gesucht, wobei die Gründung einer Stiftung angestrebt wird. Der Garten ist im Ansatz bereits solidarisch organisiert und wird gemeinschaftlich mit befreundeten Personen aus der Umgebung bewirtschaftet. Während er im Sommer zur teilweisen Versorgung der Resident*innen dient, stellt der Pflegeaufwand eine wachsende Herausforderung dar.
Für die jährlich rund 20.000 Besuchenden wurde kürzlich ein Besuchszentrum errichtet. Aktuell wird ein*e Gärtner*in gesucht. Zum Ensemble gehören neben dem Renaissanceschloss sieben ehemalige Wirtschaftsgebäude, die künftig als Unterkünfte, Ateliers, Werkstätten und Probenbühnen dienen sollen. Diese Räume sind für eine gelebte Soziokultur sowie stabile Netzwerke vor Ort vorgesehen.
Schloss Kannawurf ist ein regional und überregional agierender Produktions- und Veranstaltungsort für Kultur und Kunst im ländlichen Raum, der auch die kulturelle Grundversorgung der Region mit hochwertigen und partizipativen Angeboten sicherstellt. Daneben saniert der Verein auch das Schloss und den Renaissancegarten und erhält so einen Teil der kulturellen Identität vor Ort. Das Projekt ist offen für künstlerische, bauliche und organisatorische Mitarbeit und ein Ort der kulturpolitischen Auseinandersetzung. Hier wird Vielfalt und Schönheit und Respekt vor der Natur, den Menschen und der Geschichte gelebt.
Offene Treffpunkte und Angebote
Klimaschutz
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Zukunftsfähige Regionen und Städte
Offene Treffpunkte und Angebote
Das Schloss Kannawurf fungiert als offener Ort und Mitmachprojekt, das die lokale Bevölkerung und internationale Freiwillige aktiv einbindet. Neben der gemeinschaftlichen Gartenpflege durch Patenschaften prägt vor allem der Theateraspekt das Profil: Als Produktionshaus für die freie Szene macht das Schloss künstlerische Prozesse transparent und lädt Besuchende sowie Bewohnende zur Teilnahme ein.
Besonders durch soziokulturelle Beteiligungsformate wie den Bau des temporären Feldtheaters „Globe Kannawurf“ wird Kultur erlebbar. Projekte wie Bürger*innenradio oder sozioethnografische Fotoprojekt stärken die Teilhabe. Mit niedrigen Eintrittspreisen und Bürger*innenbeteiligung bei Klimastrategien öffnet sich das Haus allen Schichten. Das Schloss dient somit als Treffpunkt für Nachbarschaftshilfe, Kulturschaffende, Resident*innen und Gäst*innen.



Offene Treffpunkte und Angebote
Thüringen Kindelbrück OT Kannawurf
IBA Campus Bürbeteiligung
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Internationales Jugendcamp, Archiv Künstlerhaus
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3
Workshop mit Studierenden der TH Stuttgart
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3
Klimaschutz
Das Künstlerhaus in Kannawurf reagiert auf die ökologischen Defizite der umliegenden Intensivlandwirtschaft durch gezielten Klimaschutz und landschaftsästhetische Aufwertung. In einem Pilotprojekt für Thüringen wurden bereits ca. 2000 Bäume und 10 km Hecken gepflanzt sowie eine 12 ha große Blühwiese und ein 8 ha großes Agroforstsystem angelegt.
Gemeinsam mit der IBA Thüringen entwickelten die Akteur*innen ein Szenario für eine klimaresistente Landschaft durch angepasste Bewirtschaftungstechniken. Dieser Leitfaden dient als Basis für die künftige Zusammenarbeit mit Landwirt*innen und Bewohnenden. Der Ort fungiert hierbei als offener Treffpunkt, um gemeinsam an Strategien gegen die Monotonie der Felder sowie für den Artenschutz zu arbeiten und die Landschaft wieder erfahrbar zu machen.


Klimaschutz
Thüringen Kindelbrück OT Kannawurf
Projekt Gartenzwerge - Kleinstgärten in der Landschaft, Archiv Künstlerhaus
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2
Gemeinsame Müll-Sammelaktion in der Feldflur, Archiv Künstlerhaus
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2
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Informationen und Mitbestimmungsmöglichkeiten in einem freiheitlichen Klima sind die elementaren Voraussetzungen für eine funktionierende soziale Interaktion. Mit Schloss Kannawurf öffnet den Raum für kulturelles Schaffen, Erfahrungen mit Kunst, Begegnungen und Austausch. Es wird versucht, den Ort für die Mitbürger*innen und Besuchenden so offen und unreglementiert wie möglich und die Schwelle für die Kontakte niedrig zu halten. Es gibt keine Öffnungszeiten und keinen Eintritt; für Gespräche ist meistens Zeit und auch ein freier Teller oder ein Glas am Tisch. Dieser Ort ist eine Einladung. Es gehört nur der Mut dazu, sie anzunehmen.



Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Thüringen Kindelbrück OT Kannawurf
Globe Kannawurf, Archiv Künstlerhaus
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Globe Kannawurf, Première, Archiv Künstlerhaus
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Globe Kannawurf, Première, Archiv Künstlerhaus
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Wer steht hinter Künstlerhaus Thüringen - altes Schloss mit Zukunft ?
Über die Projektgruppe
Aufgrund geringer finanzieller Mittel wird vieles selbst gemacht. Dabei wird in großer Breite Wissen über nützliche Dinge erworben, die zuvor unbekannt waren: historische Bautechniken, Kultur und Gartenkunst. Ein von Neugier angetriebenen Prozess, der stetig neue Neugier hervorbringt.
Jede*r übernimmt die Aufgaben, die den persönlichen Neigungen entsprechen und dem Projekt nützen. Tätigkeiten, die niemand beherrscht, werden gemeinschaftlich bewältigt oder von Personen erlernt, die ihr Wissen weitergeben können. Durch die Bündelung von Planungskompetenz in der Organisationsform wird die Planungshoheit gesichert.
Über die Organisationsform
Die Vereinsstruktur setzt sich klassisch aus der Mitgliederversammlung und dem Vorstand zusammen. Statt monetärer Beiträge leisten die Vereinsmitglieder ein jährliches Zeitbudget. Durch dieses Modell sieht man sich regelmäßig, was es ermöglicht, praktische Entscheidungen direkt in den jeweiligen Arbeitskonstellationen zu fällen.
Zusätzlich unterstützen assoziierte Mitarbeiter*innen, wie etwa Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst, Workawayer und lokale Helfer*innen, das Projekt. In ihren jeweiligen Bereichen entwickeln sie die Vorhaben gleichberechtigt und eigenständig mit.
Ansprechpersonen
Roland Lange
Vorstandsvorsitzender
Fiona Kastrop
Öffentlichkeitsarbeit





