Das Projekt

SonnErden in Gersfeld (Hessen) ist ein genossenschaftliches Dorfprojekt in der Rhön. Als lebendiges Modell für zukunftsfähiges Leben vereint es ökologisches Bauen, solidarisches Wirtschaften und einen eigenen Kindergarten. Über 60 Menschen gestalten hier aktiv einen Raum für generationenübergreifendes Wohnen, Kultur und regenerative Lebensformen.

Gestern und heute

SonnErden ist aus der Initiative einer kleinen Gruppe junger Menschen entstanden, die auf der Suche nach neuen Formen des Zusammenlebens, Lernens und Wirtschaftens waren. Ausgangspunkt war der Wunsch, nicht nur über Zukunft zu sprechen, sondern sie konkret zu bauen und zu leben. Schritt für Schritt entstand daraus ein Zukunftsdorf im ländlichen Raum, getragen von ehrenamtlichem Engagement, gemeinschaftlichen Bau- und Lernprozessen sowie der Gründung eines gemeinnützigen Vereins und einer Genossenschaft.
SonnErden befindet sich im aktiven Aufbau und Betrieb. Aktuell leben über 60 Menschen aus unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitskontexten dauerhaft vor Ort, darunter über 20 Kinder. Neben dem gemeinschaftlichen Wohnen werden kontinuierlich neue Bildungs-, Kultur- und Beteiligungsformate realisiert – darunter das Seminarhaus, der Wald-Dorf-Kindergarten, der ZUKUNST Podcast, der ökologische Sinnes- und Lerngarten sowie das interaktive Nachtgespräch-Format mit Gästen aus Politik, Kunst und Kultur in der Zukunftsbibliothek. Parallel werden Strukturen professionalisiert und Kooperationen ausgebaut.
In den kommenden zwei Jahren plant SonnErden, die Bildungs- und Kulturangebote zu verstetigen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die bauliche Infrastruktur weiterzuentwickeln. Schwerpunkte liegen auf der ökologischen Sanierung der Bestandsgebäude sowie der Erstellung eines nachhaltigen Energiekonzepts. Parallel dazu sollen die Organisations- und Finanzstrukturen professionalisiert und die regionale Vernetzung gestärkt werden. Das Projekt sucht hierfür Austausch und Unterstützung in den Bereichen nachhaltige Finanzierung, Organisationsentwicklung, Wirkungsmessung sowie bei der langfristigen Skalierung von Bildungsformaten.
SonnErden ist ein lebendiger Lern-, Wohn- und Gestaltungsort für eine sozial, ökologisch und kulturell zukunftsfähige Gemeinschaft – ein Modell, das zeigt, wie Leben auf dem Land neu gedacht werden kann. Das Ziel ist es, Menschen in ihre Gestaltungsfähigkeit zu bringen – durch reale Orte, gemeinsames Arbeiten, künstlerische Prozesse und Bildung, die Kopf, Herz und Hand verbinden. SonnErden versteht sich als soziales Kunstprojekt, das regional wirkt und überregional Impulse für eine zukunftsfähige Gesellschaft setzt.
Wohnen Arbeiten Demokratie und Sozialer Zusammenhalt Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung Offene Treffpunkte und Angebote

Offene Treffpunkte und Angebote

SonnErden wirkt als offene Treffpunkt im ländlichen Raum. Externe Gruppen kommen für Retreats, Systemisches Coaching, Entwicklungszusammenarbeit, Jugendbewegungen, Tanz- und Gesangsformate. Gleichzeitig öffnet SonnErden den Campus für Nachbar*innen und Interessierte: Kultur-Flohmärkte, Führungen, der Wald-Dorf-Kindergarten (bis zu 15 Kinder aus dem Dorf und der Umgebung) und das Kreativstudio für Jugendliche schaffen niedrigschwellige Zugänge. Das Nachtgespräch bringt Menschen aus der Region zum offenen Austausch über gesellschaftliche Fragen zusammen – manchmal kontrovers, immer ernsthaft, oft bis spät in die Nacht. Dieser Anspruch, offen zu sein, ohne die eigene Gemeinschaft zu überfordern, ist die eigentliche Leistung von SonnErden als Treffpunkt.

Demokratie und Sozialer Zusammenhalt

SonnErden begreift Demokratie als gelebte Praxis, die aus Beziehung, Verantwortung und Eigeninitiative entsteht. Von hier gehen vielfältige Bildungsprojekte, zivilgesellschaftliche Impulse und solidarische Strukturen wie die Initiative „Unterkunft Ukraine“ aus. Formate wie der ZUKUNST-Podcast machen dabei individuelle Haltungen und Gestaltungswillen sichtbar. Jeder Mensch trägt durch seine einzigartige Biografie zur Gestaltung des gemeinsamen Ganzen bei. SonnErden dient dabei als Experimentierraum für die Frage, wie Menschen Mut zur Initiative entwickeln. Dabei versteht sich das Projekt nicht als isolierte Insel, sondern bleibt eng mit ökologischen und politischen Entwicklungen sowie direktdemokratischen Bewegungen (z. B. Bürger*innenräten) vernetzt. Demokratie wird so als lernbarer Prozess vermittelt, der individuelle Impulse mit kollektiver gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.

Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung

Die Genossenschaft SonnErden setzt auf ökologisches Bauen, die Nutzung von Altbestand und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Das Projekt versteht sich als offene Plattform für Gemeinschaft. Impulse aus dem Bereich der Purpose-Unternehmen und des Verantwortungseigentums führen zu einer Auseinandersetzung mit neuen Eigentums-, Organisations- und Wirtschaftsformen. Ein Kernaspekt der Gemeinwohlorientierung ist die konsequente Absage an Immobilienspekulation: Seit 2025 sind das 5 Hektar große Gelände und alle Gebäude über ein Veto-Modell mit der Grund-Stiftung am Tempelhof unverkäuflich gestellt. Damit ist rechtlich abgesichert, dass Boden und Raum für kommende Generationen kein Spekulationsobjekt werden können.

Wer steht hinter Zukunftsdorf SonnErden ?

Über die Projektgruppe

Die Projektgruppe vereint vielfältige Kompetenzen aus Handwerk, Pädagogik, Kunst, Landwirtschaft, Medienarbeit, Projektmanagement, Organisationsentwicklung und nachhaltiger Wirtschaft. Viele Mitwirkende bringen Erfahrungen aus Bildungsarbeit, zivilgesellschaftlichem Engagement, kulturellen Initiativen sowie gemeinwohlorientierten und sinnstiftenden Wirtschaftsformen mit. Ergänzt wird die Kerngruppe durch Ehrenamtliche, Freiwillige, Fachberater*innen sowie ein wachsendes regionales und überregionales Netzwerk.

Über die Organisationsform

SonnErden arbeitet partizipativ, transparent und gemeinschaftsorientiert. Die Gruppe orientiert sich an holokratischen Prinzipien und erprobt kontinuierlich verschiedene Formen der Beteiligung und Entscheidungsfindung. Ziel ist es, Initiative sowie Eigenverantwortung zu fördern und dabei bürokratischen Aufwand zu vermeiden. Gleichzeitig legt SonnErden Wert auf Klarheit und Verbindlichkeit, um die gemeinsame Arbeit und ein langfristiges Vertrauensverhältnis zu gewährleisten.

Ansprechpersonen

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Jonah Artmann

Vorstand SonnErden e.V.

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Jonas von der Gathen

Aufsichtsrat SonnErden e.G.