Das Projekt

Der Betahof in Stöcken bei Rethem an der Aller (Heidekreis, Niedersachsen) ist ein ehemaliger Landgasthof – saniert von Berliner Organisationsberater*innen, eröffnet 2022 – und heute Offsite-Location, Coworking-Retreat und langsam wachsender Wohn- und Gemeinschaftsort.

Gestern und heute

Seit 2014 waren Stefan Willuda und Kristina Klessmann auf der Suche nach einem Ort, an dem sie als Organisationsberatende und Gastgebende dauerhaft ankommen können. Sie landeten schließlich im niedersächsischen Stöcken bei Rethem: ein alter Landgasthof mit Kegelbahn, Saal, Scheune und eigenem See, zwischen Bremen und Hannover. Anfang 2022 zogen sie aus Berlin auf den Hof. Das Gästehaus wurde als erstes saniert und im Herbst 2023 für Teams und Seminare geöffnet. Noch im selben Jahr stieß Anke Schaffrek aus Hamburg zum Team. Ende 2024 kam Tjorven aus Bremen dazu. Zusammen mit regionalen Vereinen und Akteuren aus den großen Städten entstanden gemeinsame Gestaltungsprojekte. Mittlerweile wird das Projekt als innovatives regionales Start-up wahrgenommen. Der Hof ist Offsite-Location, Coworking-Retreat, Community-Treffpunkt und wachsender Wohnort.
Das Gästehaus mit 16 Betten, die Denkwerkstatt, der Community Space, die Veranstaltungsfläche, Event-Scheune, Kegelbahn und der öffentlich zugängliche Strand sind in Betieb. Firmen und Privatpersonen buchen für Offsites, Workation und Events. 2025 wurden rund zusätzlich 15 offene Formate für die Region durchgeführt. Aktuell in Arbeit: das CoLiving-Quartier im Nachbarhof (Einzug 2026) und der Multifunktionsraum als Dorf-Wohnzimmer. Planungen für Midi-Häuser auf dem Gelände sind aufgenommen. Parallel entwickelt das Team eigene Formate rund um demokratische Unternehmensführung – für Workshops auf dem Hof und für die Beratungsarbeit bei Kunden.
Wirtschaftlich soll der Betrieb der GmbH das Kernteam dauerhaft tragen – über Offsites, Beratung und als Eventlocation. Darüber hinaus soll der Hof zur Plattform werden: mehr Kooperationspartner*innen, die regelmäßig oder punktuell Veranstaltungen organisieren oder eigene Räume auf dem Gelände entwickeln. Das CoLiving-Quartier soll den Beta Hof als Wohnort erweitern; der Multifunktionsraum als Dorf-Wohnzimmer die Angebote für die Region. Geplant sind auch eigene Formate zu demokratiefördernder Unternehmensgestaltung – für Workshops vor Ort und in der Kundenberatung. Langfristig geht es darum, Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen: mehr Netzwerk, mehr Kooperation, mehr Gemeinschaft – damit aus dem Beta Hof eine Plattform wird, die trägt. Unterstützung vom Netzwerk suchen wir in puncto Betrieb des Zukunftsortes und Austausch zu Formaten, die angeboten werden können. Was funktioniert bei anderen? Welche Künstler haben Lust auf eine Zukunftsorte-Tour? Wie gehen anderen die Weiterentwicklung neben dem Betrieb an?
Eine Beta-Version in der Produktentwicklung ist schon gut nutzbar, darf sich noch verändern und wird stetig verbessert. Das ist Programm. Der Beta Hof soll ein Ort in Entwicklung bleiben – einer, der andere einlädt, eigene Angebote zu verwirklichen. Nicht fertig werden, sondern wachsen. Die Verbindung von vermeintlichen Gegensätzen – Arbeit und Freizeit, Stadt und Land, Gemeinschaft und Rückzug – ist die Grundüberzeugung, aus der heraus der Hof betrieben wird. Der Ort soll Begegnung schaffen und eine tiefe Auseinandersetzung mit den Themen unserer Zeit ermöglichen. Langfristig soll der Beta Hof eine Plattform sein, auf der ein Netzwerk von Kooperationspartner*innen eigene Projekte und Räume entwickelt. Kein zentrales Management, dafür mehr Commons. Das Unternehmen selbst bleibt demokratisch geführt.
Wohnen Arbeiten Offene Treffpunkte und Angebote Demokratie und Sozialer Zusammenhalt Zukunftsfähige Regionen und Städte

Wohnen

Vier Initiatator*innen des Projektes sind mittlerweile dauerhaft nach Stöcken und Umgebung gezogen. Das CoLiving-Quartier wird derzeit saniert: Ein privater Investor hat den Nachbarhof erworben und saniert ihn Schritt für Schritt; die Wohneinheiten werden dem Beta Hof zu bezahlbaren Mieten zur Verfügung gestellt. Bereits jetzt gibt es Interessierte aus Bremen und Hamburg, die auf die Fertigstellung 2026 warten. Bedingung für das CoLiving: Die Einziehenden sollen eigene Projekte auf dem Hof einbringen – damit aus Wohnen eine echte Gemeinschaft wird.

Arbeiten

Aus dem ehemaligen Landgasthof sind zwei Rechtsformen gewachsen: eine GbR für Grund und Boden, eine GmbH für den Betrieb. Sechs feste Arbeitsplätze wurden geschaffen; regelmäßig werden Betriebe aus der Region beauftragt – für Reinigung, Gartenpflege und Verpflegung. Bei größeren Veranstaltungen kommen Bäcker*innen, Köch*innen, DJs, Florist*innen und Sauna-Vermietung aus der Umgebung dazu. Sanierung und Instandhaltung laufen mit ortsansässigen Handwerksbetrieben. Lokale Unternehmen nutzen die Räume für Workshops und Schulungen, darunter FREQCON, ein Technologieunternehmen für erneuerbare Energien. Die Projektmitglieder organisieren darüber hinaus Gründungsstammtische und beraten Unternehmen in der Region als Organisationsentwickelnde.

Offene Treffpunkte und Angebote

2025 hat der Beta Hof rund 15 Formate ohne oder mit nachrangiger Gewinnabsicht durchgeführt: Wahl-Sause, Tanz-Tee, Spiele-Nachmittag, Bayerischer Garten, Flohmarkt, Kneipenquiz, Cocktail-Bar, Tag der offenen Tore am 1. Mai – einige davon bereits fester Bestandteil des Dorfkalenders. Externe organisieren Formate mit; der Hof stellt die Infrastruktur. Der öffentlich zugängliche Strand am hofeignen See wird im Sommer von immer mehr Menschen aus der Region zur Kurzerholung genutzt. Eine frei zugängliche Konferenz zur demokratischen Organisationsgestaltung – mit Beratungen aus Hannover, Ulm und Stuttgart – fand 2025 auf dem Hof statt. So versteht der Beta Hof den Begriff Treffpunkt: nicht als Raumvermietung, sondern als Einladung zur Mitgestaltung.

Wer steht hinter Beta Hof?

Über die Projektgruppe

Das Kernteam besteht aus vier Personen, das sich punktuell um weitere Mitgestaltende erweitert – etwa Köch*innen, Helfer*innen im handwerklichen Bereich oder Servicekräfte. Die fachlichen Kompetenzen liegen im Beraten, Coachen und Facilitieren im Rahmen von Organisationsentwicklung, Organisationsdesign, Innovationsmanagement und strategischen Veränderungsvorhaben. Aus der Beratung kommend, eignet sich das Team im Rahmen des Projekts zusätzliche Kompetenzen für den Bau und Betrieb sowie für die Unternehmensführung an.

Über die Organisationsform

Der Beta Hof gliedert sich in zwei Einheiten: Eine Grund-und-Boden-Gesellschaft (derzeit GbR) entwickelt die Gebäude und Flächen, während eine Betriebsgesellschaft (GmbH) den Betrieb übernimmt. Das Team arbeitet funktional integriert – Aufgaben werden nach Interesse und individuellen Stärken übernommen. Wirtschaftliche Zusammenhänge und betrieblicher Kontext sind für alle transparent zugänglich, etwa im gemeinsamen Wertschöpfungsbericht. Entscheidungen folgen dem Prinzip der Könnerschaft und werden in der Regel im konsultativen Einzel- oder Gruppenentscheid getroffen.

Ansprechpersonen

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Kristina Klessman

Gründerin, Geschäftsführung

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Stefan Willuda

Gründer