Das Projekt

Die Akademie Oberlichtenau im sächsischen Pulsnitz wird auf einem denkmalgeschützten Schloss zur Bildungs- und Kreativakademie: mit Digitalwerkstätten, Makerlab und Seminarbetrieb – als Antwort auf Fachkräftemangel, Abwanderung und den Transformationsdruck im Kohleausstieg-Sachsen.

Gestern und heute

Die Geschichte der Akademie Oberlichtenau ist eigentlich zwei Geschichten in einer. Die erste: Fabmobil e.V. wurde 2017 gegründet, mit dem Ziel, eine fahrende Digitalwerkstatt für den ländlichen Raum zu betreiben. Das Fabmobil war von Anfang an ein Modellprojekt für aufsuchende Digitalbildung – es fuhr dorthin, wo keine Infrastruktur war, und brachte Roboter, 3D-Drucker und Coding-Workshops mit. Bundesweit bekannt, vielfach ausgezeichnet. Die zweite: Seit Mai 2025 ist Schloss Oberlichtenau im Eigentum von The Constitute, einem Designbüro von Sebastian Piatza und Christian Zöllner. Das Schloss soll zum festen Ort für den Verein und seine Akteure werden – ein Zuhause für das, was bisher auf Rädern war. Ab 2024 ist der Verein auch im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 aktiv: junge Menschen, partizipative Kulturformate, neue Konzepte und Räume für eine Generation nach dem Kulturhauptstadt-Trubel. Das Schloss ist der Ort, an dem beide Stränge zusammenkommen.
Aktuell passiert viel im Schloss Oberlichtenau: Die Dachsanierung des Hauptgebäudes läuft, Unterkunftsräume werden ausgebaut, Werkstätten werden eingerichtet. Parallel dazu laufen Bildungsprogramme und das Kulturhauptstadt-Engagement des Fabmobil e.V. weiter – eine Verbindung aus laufendem Betrieb und baulicher Entwicklung. Die Akademie ist noch im Aufbau – aber der Ort lebt bereits. Events, Einmietungen und erste Bildungsformate finden statt.
Die Akademie Oberlichtenau verfolgt in den nächsten Jahren drei zentrale Entwicklungsstränge. Das Gebäude soll fertiggestellt werden: Nach der Dachsanierung folgen Werkstattausbau, Seminarräume und Unterkunftsbereiche – mit dem Ziel eines voll betriebsfähigen Akademiegebäudes für Formate von Schüler*innen-Workshops bis zu mehrtägigen Konferenzen, Qualifizierungsprogrammen, Summerschools, Academies für Transformationsdesign und crosssektoralen Residencies. Das Bildungsprogramm wird verstetigt und erweitert: Die Erfahrung des Fabmobil e.V. in aufsuchender Digitalbildung soll am festen Ort weiterentwickelt werden – mit strukturierten Curricula und Kooperationen mit Schulen und Hochschulen. Jugendliche erhalten Einblick in die Welt der Digitalität und bauen Ängste ab. Wirtschaftliche Eigenständigkeit wird über Einmietungen, Veranstaltungen, Konferenzen und Vermittlungsformate aufgebaut, um eine finanzielle Grundlage zu schaffen, die nicht von Einzelförderungen abhängt. Die Akademie dient als Ankerpunkt für junge Rückkehrer*innen und qualifizierte Fachkräfte in der Region.
Die Akademie Oberlichtenau soll ein Ort sein, an dem Design, Kultur, Digitalisierung und Bildung aufeinandertreffen – und an dem junge Menschen aus Sachsen lernen, wie man die Zukunft aktiv gestaltet. Kein Bildungszentrum für den Schreibtisch, sondern ein Reallabor für die Praxis. Langfristig soll das Barockschloss Oberlichtenau eine überregionale Adresse sein: als Ort für innovative Bildungsformate, als Mietlocation für Festivals und Netzwerkveranstaltungen, als Partner für Schulen, Hochschulen und Unternehmen in der Region. Und als Beweis, dass historische Gebäude keine Last sind, sondern eine Chance – wenn man bereit ist, sie mit echtem Inhalt zu füllen.
Arbeiten Offene Treffpunkte und Angebote Demokratie und Sozialer Zusammenhalt Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung Zukunftsfähige Regionen und Städte

Arbeiten

Die Akademie Oberlichtenau ist ein Ort für zielgruppenorientierte Weiterbildung und konkrete Qualifikation: in Digitalisierung, Design und Handwerk. Kreatives Denken bildet dabei eine Brücke vom traditionellen handwerklichen Arbeitsverständnis hin zu zukünftigen Formen der Wissensarbeit. Das Programm bereitet junge Menschen auf den regionalen Arbeitsmarkt vor – nicht mit abstrakten Curricula, sondern mit nachvollziehbaren, praxisnahen Formaten, die auf echte Bedarfe reagieren. Der Fabmobil e.V. bringt jahrelange Erfahrung in aufsuchender Digitalbildung ein; das Schloss gibt dieser Arbeit nun einen festen Ort.

Zukunftsfähige Regionen und Städte

In der Akademie Oberlichtenau treffen verschiedene spezialisierte Werkstätten, Studios und Labore zusammen: für Robotik und CNC-Verfahren, additive Fertigung, Coding und KI, VR und Medienproduktion. Dazu kommen Veranstaltungsräume für Events und Einmietungen sowie ein monatliches Veranstaltungsformat, das die lokale Bevölkerung dauerhaft einbindet. Der Ort ist nicht nur für Teilnehmende von Bildungsprogrammen, sondern für alle, die neugierig sind. Die Werkstätten sind keine verschlossenen Fachlabore, sondern einladende Räume – für junge Menschen aus Pulsnitz ebenso wie für Gäste aus ganz Sachsen.

Offene Treffpunkte und Angebote

Ostsachsen braucht Innovationsakteure – Menschen, die Dinge anders machen und das auch erklären können. Die Akademie Oberlichtenau will genau das sein: ein sichtbarer, nahbarer Beweis, dass zukunftsfähige Entwicklung auch im ländlichen Raum möglich ist. Das Wissen, das in der Akademie entsteht, soll nicht nur dokumentiert, sondern aktiv weitergegeben werden: in Formaten, die andere Akteur*innen in der Region befähigen, selbst zu gestalten. Die Kombination aus Kulturhauptstadt-Erfahrung, Bildungsarbeit und einem denkmalgeschützten Schloss als Ort schafft eine Ausstrahlungskraft, die über Pulsnitz und den Landkreis hinausreicht.

Wer steht hinter Akademie Oberlichtenau?

Über die Projektgruppe

Das Team besteht aus fünf Personen. Neben Christian Zöllner und Sebastian Piatza wird das Projekt von einer Projektleitung und Programmleitung getragen. Eine weitere Stelle ist für die technische Leitung der Digitalwerkstatt angestellt.

Über die Organisationsform

Die Akademie Oberlichtenau wird von zwei Trägern getragen: The Constitute (Unternehmen) hält das Schloss und die Infrastruktur. Der Fabmobil e.V. (gemeinnütziger Verein) trägt das Bildungsprogramm und die Jugendarbeit. Diese Zweiteilung ist bewusst: Sie ermöglicht unterschiedliche Finanzierungsquellen, unterschiedliche Governance und unterschiedliche Formen der Beteiligung. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Die Organisationsstruktur ist noch im Aufbau; mit dem Wachstum des Projekts sollen auch die Strukturen wachsen und formalisiert werden.

Ansprechpersonen

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Christian Zöllner

Vorstand Fabmobil e.V.

Sebastian Piatza

Ansprechpartner The Constitute