Das Projekt

Die RaumHaus eG in Lüdersen bei Springe (Niedersachsen) baut zwei historische Scheunen zu einem genossenschaftlichen Wohn- und Gemeinschaftsort um: bezahlbare Mietwohnungen, Gemeinschaftsräume und ein lebendiger Anschluss ans Dorf – nachhaltig saniert mit Stampflehm aus dem eigenen Boden.

Gestern und heute

Die RaumHaus eG wurde 2021 gegründet, 2022 konnte der Hof erworben werden. Die Gruppe, in ihrer Anfangskonstellation, hatte sich bereits vor 2018 gefunden. In den letzten Jahren konnte das Projekt Stück für Stück weiter entwickelt werden. So ist 2023 ein gemeinnütziger Verein gegründet worden, der bereits viele Veranstaltungen durchführt und ein weiteres Gartengelände für einen Mehrgenerationengarten gepachtet hat. Der Bauantrag wurde eingereicht und genehmigt und es konnten Förderungen generiert werden.
2026 soll der Umbau beginnen. Die Bauakademie-Förderung für Innovative Bauprojekte ist bewilligt, eine Partnerschaft mit der TU Braunschweig zur Erbauung von Stampflehmwänden steht. Der Lehm dafür stammt aus der Region. Zur Zeit finden Gespräche mit Banken für einen Kredit statt. Weitere Eigenmittel sollen eingeworben werden.
2026 beginnt der Umbau – das ist der Fixpunkt, auf den alles zuläuft. Dafür müssen zwei Dinge parallel gelingen: die Finanzierung sichern (Kredit, Eigenkapital, Förderung) und weitere Mitglieder gewinnen, die nicht nur Kapital einbringen, sondern auch Energie und Kompetenzen. Parallel dazu geht es darum, das Programm weiterzuentwickeln. Der Tauschraum, die Hofcafés, die Permakulturworkshops – all das soll nicht stagnieren, während gebaut wird. Mittelfristig, nach dem Einzug, soll die RaumHaus eG zu einem transformativen Seminarzentrum in Lüdersen und Umgebung entwickeln.
Der Hof wird aktuell durch den Erhalt und Umbau zweier Scheunen zu Wohn-, Gemeinschafts- und Veranstaltungsräumen weiterentwickelt. Bis 2028 sollen dort über 20 Erwachsene sowie Kinder Raum zum Leben und teilweise auch zum Arbeiten finden. Ein zentraler Bestandteil ist der Permakulturgarten, der sowohl von der Gemeinschaft als auch im Rahmen von Workshops genutzt wird. Ein Seminarraum und Gemeinschaftswerkstätten stehen künftig den Bewohnenden sowie Externen offen. In enger Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft werden Veranstaltungen wie der Tanz in den Mai, das Bergrennen oder der Dorfflohmarkt ausgerichtet. Zudem etabliert sich der Hof als Bildungsort für Workshops zu Themen wie Permakultur, Gemeinwohlökonomie und transformativer Bildung.
Wohnen Offene Treffpunkte und Angebote Demokratie und Sozialer Zusammenhalt Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung Zukunftsfähige Regionen und Städte

Wohnen

Zwei historische Scheunen werden zu Wohn- und Gemeinschaftsräumen umgebaut – im Bestand, ohne neue Flächenversiegelung, mit dem Ziel, den dörflichen Charakter zu wahren. Es entstehen Mietwohnungen mit langfristig stabilen, niedrigen Mieten. Einige Wohnungen sind so konzipiert, dass sie durch verschiebbare Wände vergrößert oder verkleinert werden können – passend zu Familienphasen, die sich verändern. Geplant ist außerdem eine Cluster-Wohnung mit zwei Einheiten und Gemeinschaftsräume (Veranstaltungsraum, Küche, Sanitärräume, Werkstatt, Co-Workingspace und ein Ladenbereich zur Straße hin). Das Gesamtkonzept sieht ein barrierefreies Mehrgenerationenhaus vor, in dem Menschen zwischen 30 und 65 Jahren und eine Vielzahl von Kindern zusammenwohnen.

Offene Treffpunkte und Angebote

Die Genossenschaft RaumHaus veranstaltet zusammen mit ihrem Verein LaLeLü LandLebenLüdersen e.V. eine Vielzahl von Veranstaltungen: Hofcafés, Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt, Kreativ-Workshops, Scheunenkino, vogelkundliche Führungen und Permakulturworkshops. Zusätzlich wurde ein Tauschraum eingerichtet. Was nicht mehr gebraucht wird, findet hier ein neues Leben. Das Seifenkistenrennen, das initial vom Hof ausging, brachte das halbe Dorf auf die Beine und ist inzwischen fester Bestandteil des Lüderser Jahreskalenders. Ein offener regelmäßiger Treffpunkt ist die monatliche Freitagsflamme. Wir kommen am Feuer zusammen mit Menschen aus der Umgebung und tauschen uns aus.

Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung

RaumHaus ist als Genossenschaft organisiert – und das ist mehr als eine Rechtsformwahl. Die Genossenschaft schützt den Wohnraum dauerhaft vor Spekulation: Kein Mitglied kann den Hof verkaufen oder Gewinne ausschütten. Gemeinwohl ist hier in die Satzung eingeschrieben. Im Alltag zeigt sich das in vielen kleinen Entscheidungen: Grünflächen sind für Schafe aus dem Dorf geöffnet; ein Erntedankfest im Herbst und ein Tanz in den Mai im Frühling wird auf dem Genossenschaftgelände veranstaltet. Der Permakulturworkshop nimmt sich gezielt das Thema Gemeinwohl vor. Der Tauschraum reduziert Konsum und Müll. Die Genossenschaft hat Gemeinwohl bisher nicht laut kommuniziert, aber konsequent gelebt.

Wer steht hinter RaumHaus eG ?

Über die Projektgruppe

Die Gruppe bestand aus 18 Genoss*innen plus vielen Kindern, die sich im Laufe der Jahre aber immer wieder verändert hat. Zwischenzeitlich war geplant nur eine der beiden Scheunen auszubauen. Nun können beide umgebaut werden. Entprechend werden neue Mitglieder gesucht. Die Genoss*innen bringen viele unterschiedliche Kompetenzen mit ein. Mit dabei sind u.a. Architekt*innen, Landschaftsplaner*innen, Biolog*innen und Anwält*innen.

Über die Organisationsform

Die RaumHaus eG hat einen dreiköpfigen Vorstand, der jährlich neu gewählt wird. Der begleitende Verein LaLeLü - LandLebenLüdersen e.V. hat eine eigene Struktur mit Vorstand und Mitgliederversammlung. Beide Organisationen arbeiten eng zusammen – die Genossenschaft trägt Wohnen und Bau, der Verein trägt Programm und Gemeinwesen. Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Ein regelmäßiges Plenum findet alle zwei Wochen statt.

Ansprechpersonen

 -
Jörg Neumann

Vorstand Verein LaLeLü

Paul Nettlau

Vorstand Genossenschaft RaumHaus