Das Projekt
Die blau:pause in Flensburg (Schleswig-Holstein) belebt als offener, nicht-kommerzieller Begegnungsort die Innenstadt. In den Räumen finden Gruppen Platz für Kultur, Austausch und Treffen ohne Konsumzwang. Das Projekt fördert als inklusives Wohnzimmer für alle eine lebendige Stadtgesellschaft und bietet Raum für kreative Ideen sowie solidarisches Miteinander.
Gestern und heute
Begonnen hat das Projekt 2021 in Flensburg, wo es bereits länger Bestrebungen gab, Leerstand gemeinwohlorientiert zu nutzen und ein Haus der Initiativen zu schaffen. Viele dieser Ansätze verliefen zunächst im Sand, doch während der Corona-Zeit entstand neuer Schwung rund um die Nutzung eines konkreten Gebäudes. Über ein Info-Treffen formierte sich eine engagierte Gruppe, die gemeinsam ein Nutzungskonzept entwickelte. Im Rahmen der Förderung „Deine Innenstadt, deine Ideen“ erhielt die blau:pause rund 70.000 Euro. Es folgten Vereinsgründung sowie die erfolgreiche Etablierung des Projekts über zwei Jahre hinweg.
Entstanden ist ein kostenloser Begegnungsort mitten in der Flensburger Innenstadt. Aktuell wird er von etwa 70 Gruppen genutzt, es finden rund 80 Veranstaltungen im Monat statt, und es gibt etwa 1.000 Besucher:innen pro Monat. In den letzten zwei Jahren wurde vor allem daran gearbeitet, die Räume optimal auszustatten und internen Abläufe zu verbessern – darunter Raumbuchungen, Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit und digitale Infrastruktur. Ein großer Fokus liegt außerdem auf der Finanzierung. Viel Arbeit fließt in die Sicherung der Räume, das Schreiben von Anträgen sowie die Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Politik. In diesem Jahr ist es erstmals gelungen, dass das Projekt mindestens ein weiteres Jahr bestehen kann, wodurch weitere Planungssicherheit gewonnen wurde.
Digitale Infrastruktur: Die blau:pause arbeitet an einem Buchungstool für einfachere Raumbuchungen und plant eine Schnittstelle zu einem öffentlichen Veranstaltungskalender. Parallel wird die Website neu gestaltet und die Barrierefreiheit verbessert.
Community-Management: Mit etwa 80 Gruppen sollen Synergien gezielt gefördert und der Austausch zwischen den Gruppen erleichtert werden.
Wissensaustausch und Beratung: Die blau:pause erhält regelmäßig Anfragen zum Aufbau ähnlicher Orte und zur Förderbeantragung und möchte ihr Wissen teilen und eine beratende Funktion für andere Initiativen übernehmen.
Finanzierung und Nachhaltigkeit: Entwicklung eines langfristigen Finanzierungsmodells, z. B. durch Fördermitgliedschaften.
Mehr eigene Veranstaltungsreihen: Mehr eigene Impulse zu gesellschaftlichen Themen setzen.
Eigene Location: Langfristiges Ziel ist es, eine eigene Location zu finden und diese als Genossenschaft zu kaufen.
Struktur und Personal: Schaffung fester Lohnstellen, um Kontinuität und professionelle Strukturen zu gewährleisten.
Die blau:pause ist die Vision eines konsumfreien Begegnungsortes im Herzen Flensburgs. Sie strebt nach einem Raum, der nicht auf Kommerz basiert, sondern auf Gemeinschaft, Bildung und kreativer Entfaltung. Die Vision ist eine Stadtgesellschaft, in der Menschen ihre Ideen aktiv und unkompliziert einbringen können – unterstützt durch eine offene Infrastruktur, die Synergien zwischen Initiativen und Bürger*innen schafft. Wir sehen einen stabilen, nachhaltigen Ort vor uns, der als Modell für andere Städte dient. Hier wird das voneinander Lernen und gemeinsame Gestalten zur gelebten Realität. Die blau:pause soll so die Sichtbarkeit zivilgesellschaftlichen Engagements stärken und als zentraler Ankerpunkt für ein solidarisches Miteinander wirken.
Arbeiten
Offene Treffpunkte und Angebote
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Organisationskultur und Gemeinwohlorientierung
Zukunftsfähige Regionen und Städte
Zukunftsfähige Regionen und Städte
Die blau:pause ist ein offener, nicht-kommerzieller Treffpunkt. Ohne Eintritt oder Konsumzwang ermöglicht sie Teilhabe unabhängig von Einkommen oder Herkunft. Ob beim Basteln, Tanzen, Musizieren oder Sport – der Raum steht allen offen. Mit jährlich über 12.000 Besuchen und bis zu 100 monatlichen Terminen ist die Resonanz groß. Besonders die kulturelle Vielfalt prägt den Ort: Griechische und kroatische Tanzgruppen, tamilische Sprachkurse, ein Latina-Familientreff sowie die Flüchtlingshilfe nutzen die Räume regelmäßig. Als Impulsgeberin für die Innenstadt bringt die blau:pause Menschen zusammen, die sich sonst kaum begegnen würden. So belebt sie das Quartier jenseits von Profitinteressen und schafft einen verlässlichen Ankerpunkt für Gemeinschaft und Vielfalt.
Offene Treffpunkte und Angebote
Die blau:pause stärkt Demokratie und sozialen Zusammenhalt durch einen offenen, geschützten Raum für politisches Engagement und zivilgesellschaftliche Organisation. Initiativen, Bündnisse und Gruppen nutzen die Räume für Treffen, Vernetzung und die Vorbereitung von Demonstrationen und Kundgebungen. Grundlage ist eine Raumordnung mit klaren demokratischen Werten, denen alle Nutzenden zustimmen müssen. Parteien dürfen die Räume ausschließlich für interne Treffen nutzen – so bleibt der Ort parteiunabhängig und demokratiefördernd. Regelmäßig finden Vorträge und Diskussionsveranstaltungen statt, darunter eine achtteilige Reihe „Von Großdemos ins Handeln – Rechten Stimmen aktiv begegnen". Von rund 100 Mitgliedern und Aktiven arbeiten mindestens zehn in der Kommunalpolitik; nahezu alle engagieren sich in lokalen Vereinen und Initiativen. Vier Mitmach-Formate ermöglichten neuen Menschen den Einstieg in Engagement und Gemeinschaft.
Demokratie und Sozialer Zusammenhalt
Die blau:pause wirkt als offener Knotenpunkt für Kooperation, Innovation und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Sie ist Teil einer Lokalen Aktionsgruppe (LAG); mindestens zwei weitere aktive Vereine sind ebenfalls in LAG-Strukturen vertreten. Zahlreiche Initiativen aus dem Bereich nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung – darunter Recht auf Stadt, Fuß e.V., Tiny Forest, Foodsharing und Klimabonus – nutzen die blau:pause für Planung, Vernetzung und Umsetzung. Gemeinsam mit einem weiteren Verein wird aktuell ein treff:punkt als digitales Reallabor entwickelt, in dem neue Formen von Nachbarschaftsnutzung und Stadtteilarbeit erprobt werden sollen. In Zusammenarbeit mit der Europa-Universität Flensburg entwickeln Studierende im Rahmen eines Service-Learning-Seminars konkrete Lösungen für lokale Herausforderungen und verbinden so Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Stadtentwicklung.
Wer steht hinter blau:pause ?
Über die Projektgruppe
blau:pause ist ein Verein. Der Vorstand fasst 7 Menschen. Darüber hinaus gibt es Arbeitskreise mit je 2-5 Personen und zusätzliche Projektkreise für kurzfristige Projekte mit Endzeit. Die Gruppe besteht in Summe aus 23-25 Personen. Alle Arbeitskreise, Vorstand, und Projektkreise bilden zusammen das groß:team.
Über die Organisationsform
blau:pause arbeitet größtenteils ehrenamtlich. Alle zwei Wochen findet ein Plenum statt. Entscheidungen werden transparent und partizipativ getroffen. Dabei wird mit dem systemisches Konsensieren gearbeitet.
Ansprechpersonen
Johanna Keller
Vorständin und Mitgründerin
Sarah Kipp
Vorständin und Mitgründerin




